Druckschrift 
Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
Seite
205
Einzelbild herunterladen
 

Balthasar.

Alles vergeblich! — Ihr empörter HaßHat jeden Damm gesprengt nnd svnder SchenNerschmaht er selbst den Schein der Mäßigung.Haß macht sie blind, macht sehend sie zugleich,

Der Klugheit Stelle selbst vertritt er ihnen.

Euch wellen sic — nur Euch — sind taubFür Alles, was nicht Franz heißt.

Franz.

Und der Pfalzgraf?Balthasar.

Der Schlimmste schien er nur von allen Drei'n.Es stachelt ihn zur Wuth des eigenenGewissens Vorwurf, deutlich sah ich es.

Kurzum, sic haben nur das Eine Wort:

Auf Gnad' und Ungenad' müßt Ihr Euch geben;Nicht andern Pakt zu schließen schworen sie.

Franz.

Mich geben — wie? Und Du schlugst ihnen vorDer Ebernburg, der andern Vesten Uebergabe?

Balthasar.

Nein, Herr. — Mein altes Auge bohrte sichDurch ihre Wämser in die Herzen ein,

Doch stählerner als Panzer waren die.

Vergeblich war's — und darum schwieg ich still.

Franz.

Dank, alter Freund! So ist die Ehr' gerettet.

Genad' und Ungenade!-So weit schon

Glauben die Ucbermüth'gen mich gekommen?

Die Thoren! Frei fühlt dieser Arm sich noch.

Balthasar.

Hört weiter, Herr! Als ich von dannen zog,

Erfuhr ich auch des Uebermuthes Grund.