Druckschrift 
Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

Erzbischof.

Ja, reutet nur, Herr Kardinal! Er wirdDie Finger Euch gar unsanft blutig stechen.

Legat.

Was hat Ew. Liebdcn vor? Sagt's grad' heraus.

Ich weiß, habt Ihr Gefahr einmal erkannt,

Sinnt Ihr sofort, sie auch zu bändigen.

Erzbischof.

Am Sinnen liegt's auch nicht. Ich sann schon lange.Heut war der Zufall mir um etwas günft'gcr;

Ist es nicht viel, ist's doch ein Hoffnungskcim.

Jedoch sprecht Ihr zuvor: könnt Ihr den Kaiser nichtErregen wider Franz?

Legat.

Zum Angriff ihn

Ans Sickingen bestimmen? Ganz unmöglich!

Zn tief steht er in des Franziskus Schuld,

Ist noch zn jung, dies gänzlich zu verachten!

Jedoch wenn Andere den Ritter überziehn,

In böse Händel ihn verwickeln, könnt' ichVielleicht vielleicht, sag' ich, Herr Erzbischof

Znm rnh'gen Gehenlasfen ihn vermögen.

Erzbischof, fachselzuckend.)

Wenn Ihr nicht weiter seid, dann müssen wir noch langErtragen die Gefahr, die uns bedroht!

So lang vielleicht, bis ganz versäumt die Stunde,

Da wir sie etwa meistern noch gekonnt.

Legat.

Jedoch Ew. Liebden sprach so eben SelbstVon eines Zufalls Gunst?

Erzbischof.

Ich nützte sie

So weit es ging! Ihr wißt mit welchen Angen