Und der Verleumdung selbst hat Euch bereitsDes Herzens reger Eifer ausgesetzt.
Man sagte mir, — man wellte mich bereden —
Ihr habt in Eurer Lieb' zu Luther, fürchtendDaß ich das frei Geleit ihm brechen könnte,
Das ich zu diesem Reichstag ihm versprach,
Hier in der Nah' von Worms fünfhundert RitterUnd Reisige auf Eurer Freunde BurgenGelegt, um mit Gewalt ihn zu befrei'u,
Weun's nöthig war'! — Ihr seht, wie wenig GlaubenIch dem Berichte schenke, wenn Euch selbstIch frage, nur damit Jhr's Lügen strafen könnt,
Und Eure Antwort — gelte wie Beweis.
Franz.
Das kann sie, Herr! Niemals wird Lüg' entweihuFranziskus Zunge! — Der Verleumder Mund— Denn das, fürwahr, sind sie trotz alledemHat diesmal laut're Wahrheit Euch berichtet.
Karl, (für sich.)
Bei Gott, sehr kühn!
(laut, strenge.)
Wie, Sickiugen! Zhr wagtSo offen ins Gesicht rebell'sches ThunMir zu gestehn und scheut nicht meinen Zorn?
Franz.
Nein, Herr! Den unverdienten scheu' ich nicht.
Für Euern Ruhm, wie für des Landes SacheHatt' ich gehandelt — wurde Handeln noth.
An Einem Constanz hat Deutschland genug!
Nur Dank, nicht Zorn, hätt' ich von Euch verdient,Wenn ich Euch hinderte an schwerer Schuld.
Und traf mich Euer rascher Jünglingszorn,