53
.Karl.
Der Schmeichelei Sirenenstimme? Wohl!
Hierin habt Ihr ganz Recht und kommt entgegenDem eignen Wunsche. Nicht ans gleiche Weise darfBedient von Allen sein, wer gut bedientSein will! — Doch Euer frei und unabhängiger Dienst,Wie Jhr's genannt —
Franz, (mit Wärme einfaücnd.)
Ist um so treuer nur,
Nur um so nngemesf'ner, Majestät.
Bezahlte Dienste haben ihre Grenze —
Grenzenlos ist Uneigennützigkeit!
Karl, (ihn mit Thcilnahme betrachtend und mit Betonung.)
Ich glaube Euch —
(er hält etwas inne.)
Und dennoch, Sickingen,
Würd' es dem Kaiser schlecht geziemen, müßt' erEu'r Schuldner bleiben — und der bin ich noch,
Noch von der Kaiserwahl, ich lengn' es nicht.
Franz.
Mein kaiserlicher Herr! Ahr habt dem PfalzgrafUm meinethalb verstehn — mit reicher GunstDadurch die kleine Rechnung wett gemacht!
Karl.
Nein, Franz! Verstellt Euch nicht. So denkt Ihr nicht!Zn wohl kennt Ihr des eignen Handelns Werth.
So denk' auch ich nicht! — Und wenn Ihr durch Rücksicht,Die man aus Freund' und treue Dienste nimmt,
Mir Anlaß seid geworden, meinen ZornZu sänftigen, so habt Ihr in der Tugend,
Welche vor allen Fürstentugend ist,
Mich mehr befestigt — einen neuen FreundIm Psalzgraf mir zurückgegeben, doppelt