Druckschrift 
John Gabriel Borkman : Schausp. in vier Aufzügen ; aus d. Norw.
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

130

Leben gewidmet hast! Du, du bist mein Wille ge-wesen! Selber habe ich nie einen haben dürfen!Jetzt kann ich aber dieses Joch nicht länger ertragen!Ich bin jung! Denk'doch daran, Mutter! (Mit einemhöflichen, rücksichtsvollen Blick auf Borkman.) Ich kann Mein

Leben nicht opfern als Sühne für einen anderen.Wer dieser andere auch sein mag.

Frau Borkman

(von steigender Angst ergriffen).

Wer hat dich so nmgewandclt, Erhard?

Erhard

(fühlt sich getroffen).

Wer —? Könnte ich's denn nicht selber sein,der -?

Frau Borkman.

Nein, nein, nein! Du bist unter den Einflußfremder Mächte geraten. Du stehst nicht mehr unterdem Einfluß deiner Mutter. Und auch nicht unterdem deiner — deiner Pflegemutter.

Erhard

(in erzwungenem Trotz).

Ich stehe unter meinem eigenen Einfluß, Mutter!Und auch unter meinem eigenen Willen!

Borkman

(nähert sich Erhard).

Dann ist vielleicht auch meine Stunde endlicheinmal da.