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Leibe wie der Seele nach, durch welche erstere deu sterb-lichen Geschlechtern, soweit ihnen möglich, die Unsterblichkeit zuTheil wird. Daher dies heiße Verlangen darnach bei Menschenund Thieren, bei welchen letzteren selbst die schwächlichsten In-dividuen den erstaunlichsten Muth zeigen zur Vertheidignng undErnährung der Jungen, zur Fortdauer des nur unsterblichenGeschlechtes (^enns)^). Der Gottesbote Eros oder die alleanderen Begierden überwiegende Liebe zum Schönen feuert dieMenschen aber nicht blvs zur leiblichen Zeugung an, sondernderselbe auch zur geistigen, deren Seelen nämlich zur Em-pfänguiß und Zeugung von Geistesgeburten angelegt oder gött-lich sind, nämlich zur Geburt von Wissenschaft und Wahr-heit, von der die Sinne beherrschenden Verständigkeit, von ori-ginellen Producteu in Kunst und Poesie, von allgemein nützlichenErfindungen, besonders aber von heilsamen Staatsverfassuugenund Gesetzen, und also durch solche Kinder sich unsterblich zumachen suchen, wie Homer, Hesiod, Lycurg rc. Wer aber nichtnar das Wesen und die Wirkungen der Liebe kennen lernensondern auch in ihre innersten Geheimnisse eingeweiht werdenwill, der muß von Jugend auf sich dazu gehörig vorbereiteu.Unter guter Leitung liebt er zunächst die Schönheit eines Indi-viduums und sucht in dessen Seele schöne und edle Gedankenund Wahrheiten lebendig zu machen, kommt sodann zur Er-jenntniß, daß die Schönheit aller schönen Körper eine und die-selbe ist. In diesem Vorhofe der Mysterien der Liebe zumSchönen bleibt er aber nicht stehen, sondern thut einen Schrittzu einem weiteren Grade derselben durch den Lichtblick, baß dieSchönheiten der Seele viel ehrwürdiger und veclangenswerthersind als die körperlichen, und hiermit hält er es für heiligePflicht, in jede noch nicht verblühte Seele den Samen drr Weis-
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