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Freund wie Feind in Achtung setzte. Es wäre ferner auch nochauf das Endkapitel (39) zu verweisen, in welchem Socrates beiallem Humor seinen Todfeind nicht nur unter den Tisch zu trin-ken weiß, sondern auch zum Geständnisse zwingt, daß ein echterDichter sich sowohl zu Komödien wie Tragödien verstehen müsse,d. h. daß er nicht nur die Lachmuskeln der athenischen Maul-affen durch Tadel und Spott in Bewegung zu setzen sondernauch sittliche und religiöse Ideen dramatisch darzustellen habe;aber wir haben zum Referate einer noch anderen Lobrede vorder des Socrates zu eilen. Nur sei die hierher gehörige Be-merkung noch gestattet, daß wir wegen dieser feinen Revanche,die Plato im Gastmahl an Aristophanes nimmt, die Meinungderjenigen theilen, welche die Abfassung desselben in die späterenLebensjahre des Verfassers verlegen, ohne uns hier in die übrigenchronologischen Streitfragen einlassen zu wollen, indem wir mitF. A. Wolf dafür halten, daß historische Thatsachen und Per-sonen dieser Schrift zu Grunde liegen, aber auf geniale Weisezur Darstellung einer höheren Wahrheit benutzt sind.
Nach dem Aristophanes hat der Reihe nach der Wirth desGastmahls, der Dichter Agatho, zu reden. Von seinem Lebenund seinen Dichtungen haben wir nur spärliche Nachrichten.In Plato's Gastmahl erscheint er als junger glücklicher Mode-herr nach dem Geschmacks Athens in jener Zeit, nach welchemein liebenswürdiger junger Mann auch seine Tragödie schreibenmußte, wie solcher unter Ludwig XIV. sein Madrigal oderRondeau zu machen hatte. Wie er hinlänglich Mittel hatte, einHaus zu machen und seine Freunde bei sich zu sehen, so hatteer auch, wie bereits erwähnt ward, in diesen Tagen den Preisbei dem herkömmlichen Wettkampfe der tragischen Dichter er-rungen, was in Athen damals mehr Effect machte, als in Rom
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