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Looratss sanotus pasäsiusta (oomm. Oött. 1769) verthei -digt und seine Unschuld sonnenklar dargestellt, wenn trotz der da-hin bezüglichen Rechtfertigung von Seiten Plato's in der Rededes Alcibiades im Gastmahl noch eine Spur von Verdacht übriggeblieben war; den Plato selbst aber schützen seine eigenen wohl-verstandenen Schriften und die Urtheile der competentesten Richterälterer und neuerer Zeit.
Irrig ist endlich die Ansicht der Denker neuerer Zeit,welche die platonische Liebe zwar nicht für moralisch verwerflichaber doch für die Ausgeburt einer üppigen Phantasie halten, diedes strengen Denkers unwürdig sei. Die Ursache dieses Jrr-thums liegt meist darin, daß jene Philosophen der Neuzeit zuwenig mit dem übrigen Leben und Denken der Griechen bekanntwaren. Daher konnten sie zwar die Ansichten der alten Welt,welche mit denen ihrer Zeit einige Aehnlichkeit hatten, wohl ver-stehen und würdigen, die entgegengesetzten aber nicht. So fan-den Plato's Theologie, Moral, Dialectik (Metaphysik) trotz desgroßen Abstandes der Zeit ihre Würdigung, selbst die geradeebenso wie die „platonische Liebe" im großen Publikum verrufenePolitik Plato's fand sogar am strengen Denker Kant (Kr. d.r. V. S. 372) einen Vertheidiger, aber jene fand einen solchenselten unter den modernen Philosophen, und doch ist sie eineder zwei Hauptsäulen der platonischen Philosophie, um einesder Ergebnisse dieses Vortrages zur Orientierung der derselbenfernstehenden hier vorgreifend anzudeuten. Die dem Urquellalles Schönen und Guten entstammende menschliche Seele hatdie Liebe anfänglich zum sichtbaren, dann zum unsichtbarenSchönen und durch das Schöne zum Wahren und Guten an-geboren, dies ist die eine Säule; die andre ist die Dialectik,welches Wort bei Plato sich nicht ganz mit Logik verdeutlichen
(7bS,