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wie z. B. das der italienischen Dichter Dante, Petrarcha,Lasso rc. zu den in ihren Gedichten gefeierten und idealisirtenBeatrice, Laura, Leonore rc. Diese irrige Auffassung „platonischerLiebe" fand besonders in Deutschland einen fruchtbaren Bo-den, wo nach Tacitus, selbst noch in barbarischer Zeit eineArt religiöser oder nach heutigem Ausdrucke idealer Verehrungder treuen und keuschen Frauen vorherrschend war, wie der dar-über erstaunte Römer sie weder bei andren barbarischen Völkernnoch damals in dem entarteten Rom bemerkte, und wie sie auchspäter in Deutschland durch das Ritterthum, den Madonna-Cul-tus, den Gesang und die Dichtkunst fortgesetzt wurde.
Noch irriger und durchaus falsch ist ferner die Ansichtjener gelehrten Schwarzseher, welche mitunter auf den Grundalter Auecdoten-Jäger oder auch mißverstandener Stellen einzel-ner Klassiker in der „platonischen Liebe" nur eine Schönfärbuugjenes unnatürlichen, den Griechen zwar nicht allein eigenen aberdoch unter dem griechischen Namen Päderastie verrufenen Lasterssahen, welches allerdings einen schwarzen Flecken auf das sonstHelle Bild der durch ihre schöne Harmonie die Bildung allerVölker überstrahlenden Cultur Griechenlands wirft und theilweisedie Folge eines andren Fleckens war, nämlich der an den Orienterinnernden Mißachtung des weiblichen Geschlechtes. Socrateszwar und sein größter Schüler, Plato, sind auch darin nochGriechen, daß sie das Ideal der Schönheit mehr im männlichenals im weiblichen Theile nicht nur bei den Thieren sondern auchbei der Menschheit zu sehen sich berechtigt halten; aber wie invielen Beziehungen, so standen sie auch in Bezug auf jene argeVerirrung der menschlichen Natur über ihrer Nation, und gegendie Verleumdungen einzelner Schwarzseher hat den Socratesu. a. schon Gesner vor hundert Jahren in seiner Abhandlung
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