36
Resultate dieser Arbeiten sind für unser Thema dahin zusammen-zufassen, daß jeder einzelne Sprachlaut, jeder einzelne Buchstabeeine bestimmte, ihm allein zukommende Tonhöhe hat, und daßschon hierdurch ibre Deutlichkeit sehr verschieden wird.
Deshalb schon klingt der Vokal u lauter, als alle übrigen Vokale,und unter den Konsonanten ist das s lauter als alle übrigen.Der tiefste Vokal ist n, der tiefste Konsonant r. Wichtiger abernoch für die Vernehmlichkeit der einzelnen Buchstaben ist derUmstand, ob dieselben nur durch die Stimmbänder angegebenwerden, also rein musikalisch sind, oder ob durch die ver-schiedenen Mundstellungen noch besondere Nebenklänge bedingtwerden, die durch ihre unregelmäßigen, geräuschvollen Tonwellendie rein musikalischen Klänge mehr oder weniger verdecken undabschwächen. Beides ist aber bei dem Vokal u am günstigstenund er klingt deshalb auch so laut, daß manche Schwerhörende ihnganz allein noch vernehmen können, wenn sie schon für alle an-deren Leute vollkommen taub sind. Ihm zunächst steht das o,und es folgt dann s, i, u, so daß ihre verschiedene Deutlichkeitnach der Entfernung zu bestimmen möglich ist.
Wenn wir das a auf 360 Schritt z. B. noch hören können,so hat Or. W. den Vokal u nur noch 280 Schritt weit ver-nehmen können.
Noch frappanter sind aber die Unterschiede in der Deutlich-keit der Konsonanten, die alle in größerer Fülle von störendenund unregelmäßigen Geräuschen begleitet sind. Unter ihnen sindm., n, 8 die lautesten, und, da das 8 zugleich der höchsttönendeist, so benutzt man diesen Konsonanten, wenn man in einer ge-räuschvollen Umgebung sich in diskreter Weise weithin bemerklichmachen will; es leistet deshalb das lang gedehnte 8 zu diesemZwecke die allerbesten Dienste. Von allen Konsonanten derschwächste ist das b, so daß es nur etwa 41 Schritt weit zu
(6S4)