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Gehör und Sprache : Vortrag, gehalten zum Besten des Privatinstituts für den Unterricht Taubstummer Kinder zu Königsberg i. Pr.
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Luft in der gewünschten Weise, wenn der Künstler seinStimm-Organ hinreichend in der Gewalt hat, ganz in der Art, wie einekünstlickie Zungenpfeife von einem beliebigen Tone.

Auch bei der Sprache vibriren die Stimmbänder, aber dieModulation ist eine nur beschränkte, so daß der Sprachton meistnur unbedeutende Aenderung der Spannung und Stellung inden Stimmbändern bedingt. Nun ist aber ihre Länge, Dicke undElastictät bei Männern und Frauen, bei Kindern und Erwach-senen, kurz bei jedem einzelnen Individuum eine durchaus indi-viduelle, und es sind dadurch die unendlich verschiedenen Abstu-fungen in der Tonlage des Organes gegeben. Gewiß wird nuneine kräftige Aktion der Brustmuskeln einen stärkeren Ton her-vorbringen, als eine nur oberflächliche Athmung; aber die Stimmeschon an sich ist durchdringender, wenn sie sich in den höherenTonstufen bewegt, weil überhaupt höhere Töne überall auf dasOhr stärker wirken, als tiefliegende Register, und so kommt es,daß Frauen mit zarten Organen oft von schwachhörenden Men-schen besser verstanden werden, als Männer, selbst mit einer kräf-tigen Stimme.

Nun hat man einmal Gelegenheit gehabt nach einem miß-glückten Selbstmordversuche die Thätigkeit der Stimmritze ganzisolirt zu betrachten, da der Zufall das Messer gerade so geführthatte, daß die Stimmbänder blank zu Tage lagen, und sonstkeine besondere Störung des Organismus veranlaßt war. Dazeigte es sich, daß die Person den Vokal u und das b vollkommendeutlich aus dem Kehlkopf Hervorbringen konnte; aber aller Willens-einstuß war nicht im Stande einen anderen Sprachlaut zu bil-den, alles klang wie u oder 8,. Man kann sich übrigens selbstüberzeugen, daß zur Bildung der anderen Vokale, und noch mehrnatürlich der Konsonanten immer eine ganz bestimmte Mundstel-lung gehört, die dem Laute erst den gewünschten Charakter giebt;

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