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Gehör und Sprache : Vortrag, gehalten zum Besten des Privatinstituts für den Unterricht Taubstummer Kinder zu Königsberg i. Pr.
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uns kann mit stockheiserer Stimme, wenn er muß, sich noch hin-reichend verständlich machen, und wir thun es auch sonst oft ge-nug, indem wir die Stimme ganz unterdrücken, durch die Flü-stersprache noch in ansehnliche Entfernung hin. Wer einmal Ge-legenheit gehabt hat, einen Devrient oder Jra Aldridgezu bewundern, wird sich erinnern, wie große Wirkungen dieselbenzu erzielen wußten, wenn bei dem Ausdruck höchster Leidenschafteinzelne ihrer Worte in der Flüstersprache vollkommen deutlichbis zu dem letzten Platze des Hauses drangen. Bei dem ge-wöhnlichen Sprechen wirkt allerdings die Stimme und die Laut-bildung gleichzeitig. Die Stimme wird aber nur im Kehlkopfgebildet, eine Thatsache, die seiner Zeit Johannes Müller anausgeschnittenen Präparaten von Nögelu und Säugethiereu be-weisen mußte, die jetzt freilich, seit Erfindung des Kehlkopfspiegelsam lebenden Menschen leicht zu koustatiren ist. Es findet sichnämlich an dem oberen Ende der Luftröhre ein eigenthümlichesOrgan, ebenfalls aus sehr elastischem Knorpel gebildet, von nahezuröhrenförmiger Gestalt, das ist der Kehlkopf. In der Mitte seinerHöhlung sieht man von vorne nach hinten ausgespannt zweiplatte, weißglänzende Bandstreifen verlaufen, deren vibrirende Be-wegungen man durch den Spiegel sehr deutlich wahrnehmenkann, sobald der Vokal n intonirt wird. An ihrem HinterenEnde sind diese Bänder mit winzigen Knöchelchen verwebt, welchedurch kräftig wirkende Muskeln so wundersam beweglich werden,daß die scharfen Ränder der Stimmbänder in die aller mannig-fachsten Spannungen und Entfernungen gegen einander gebrachtwerden können. Der Raum zwischen ihnen, welcher dem Durch-tritt der Luft dient, ist die Stimmritze. Sobald nun der Willedes Sängers die Luft aus der Lunge ausströmeu läßt und zu-gleich die Stimmbänder gehörig anspaunt, so gerathen dieselbenin Vibration und sie übertragen dann ihre Bewegung auf die

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