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Aber auch nach der anderen Seite hin haben mangelhaftePrüfungen des Gehörs zu den allerschlimmsten Jrrthümern Ver-anlassung gegeben, und man hat Kinder, weil sie nicht sprechenlernten, für taub gehalten, obwohl sie es in der That nichtwaren, so daß, wenn auch seltener, von Zeit zu Zeit Fälle be-richtet worden sind, in denen jahrelange Taubstummheit wiedervon selbst verschwunden ist oder durch Kunsthülfe gar geheiltsein sollte. So erzählt Desmortiers in seinen Beobachtungenüber Taubstumme von zwei erwachsenen Männern, die in Folgesehr starken Glockengeläutes von Taubheit befreit die Sprachesehr bald erlernten. In Grenoble beobachtete ein glaubwürdigerArzt ein Kind, welches nach einer starken Kopfverletzung Gehörund Sprache erlangte. Aus deutschem Boden hat der sehr ver-dienstvolle Ohrenarzt Lincke in Bremen ein zwanzigjährigesMädchen gefunden, Anna SHränker mit Namen, welche vonKindheit an in der dortigen Taubstummen-Anstalt erzogen wurde.Von ihrer Taubheit durch ihn geheilt, hat sie sich später einerguten Sprache erfreut. Derlei Fälle, wenn auch noch so ver-einzelt, sind aber besonders deshalb verderblich, weil sie durchfalsche Hoffnungen auf die Naturheilkraft das Urtheil der an-deren Menschen verwirren und die frühzeitige Anrufung sach-gemäßer ärztlicher Hülfe verhindern. Sie sind es auch, die denCharlatanen zu gute kommen: denn auch Galvanismus undHomäopathie verzeichnen in in ihren Annalen Fälle von geheilterTaubstummheit und blenden mit mysteriösen Erfolgen die ur-theillose Menge, ebenso, wie gegen Ende des vorigen Jahr-hunderts ein Mann, Namens Felix Merle dies in hohem Gradevollführte. Derselbe behauptete durch scharfe Einträufelungen indie Ohren, Taubstumme heilen zu können, und als ec in Bor-deaux wirklich unter 27 Zöglingen der dortigen Anstalt zwei fand,die fälschlich für taub gehalten und von ihm geheilt wurden, so
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