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sowenig mit Präcision zu bezeichnen, und wird immerhin ingewissem Sinne willkürlich sein. Nichts desto weniger wirdman ohne solche Grenzbestimmungen nicht auskommen können.Daß zumal der Arzt zunächst, der sich die Pflege ohrenkrankerMenschen angelegen sein läßt, fast in jedem einzelnen Falle eineAbschätzung der Hörkraft nothwendig hat, ist wohl selbstverständ-lich: denn sein Urtheil und seine Voraussage, sein Wegweiserbei der Behandlung und der Richter seiner Erfolge ist nicht zumkleinsten Theile durch das Maß der Hörschärfe gegeben, und ichbin überzeugt, daß eine genaue und wiederholte Ausübung dieser,wie wir sehen werden, freilich recht schwierigen Kontrolle dieWissenschaft von manchen Abirrungen und ihre Jünger vormannigfachen chimärischen Hoffnungen und gar zu vorschnellenAnpreisungen neuer Erfindungen bewahren würde.
Aber auch außerhalb des eigentlich ärztlichen Wirkens ist einesolche Untersuchung von der weittragendsten Bedeutung. Gar oftentziehen sich die schmerzlosen Zustände beginnender Hörschwächeganz und gar der eigenen Wahrnehmung, zumal bei Kindern, undnur die Sorgfalt einer Mutter entdeckt in dem täglichen Um-gänge mit ihren Lieblingen den tückisch heranschleichenden Feind,wenn sie einige Anleitung hat, denselben zu erkennen. Dennwährend in der Kindheit gerade die Ohrenleiden sehr häufigsind, und zwar aus Gründen der natürlichen Entwickelung desOrganes, so giebt sich in der Kinderstube die Abnahme des Ge-hörs gar selten von selbst kund, weil in dem beschränkten Raumenur geringe Anforderungen an dasselbe gemacht werden. Erstin der Schule tritt dann der Fehler zu Tage, wenn vielleichtdie beste Zeit für die Heilung schon verronnen ist. Währenddann der Lehrer Schlaffheit bei dem Schüler zu bestrafen Ver-anlassung nimmt, ist es ein ganz anderer, beklagenswertherGrund, der den Diangel an Aufmerksamkeit verursacht.
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