Druckschrift 
Die Edelsteine
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

zahlreichen chemischen Elementen zusammengesetzt wie dieser, in-dem die Zahl derselben auf 12—14 steigt. (Hauptbestandtheile:Kieselsäure, Thonerde, Borsäure, Talkerde, Eisenoxvd, minderwichtige oder stellvertretende: Kalk, Natron, Lithion, Manganund Fluor, welches in wechselnden Mengen den Sauerstoff ver-tritt.) Er krystallisirt im hexagonalen System und hat einstumpfes Rhomboeder als Grundform; am Häufigsten bilden dieKrvstalle Säulen von 3, 6, 9 und 12 Seiten, die meist mitden Flächen des Rhomboeders zugespitzt erscheinen. Er ist starkdichroscopisch, und manche Turmaline polarisiren das Licht so voll-ständig, dah wenn man 2 daraus geschnittene durchsichtige Plat-ten so aufeinander legt, daß ihre Achsen einen rechten Winkelbilden, sie vollkommen undurchsichtig erscheinen, weshalb man siezu Polarisationszwecken benutzt.

Der gemeine Turmalin oder Schörl ist schwarz und undurch-sichtig, der edle, durchsichtige kommt in allen Farben vor, ja aufElba finden sich nicht selten Turmaline, deren Säulen in jedemExemplare 3—4 verschiedene Farben übereinander zeigen.Seine Härte ist 7—7,5, sein Gewicht 2,94—3,24.

Die rothe Varietät wird unter dem Namen SiberischerTurmalin, Siberit oder Rubellit, wenn er schön karmin- oderhyacinthroth ist, hoch bezahlt und oft als Rubin verkauft.

Der blaue, Jndiko lith kommt im Handel als brasilianischerSaphir vor, der grüne als brasilianischer Smaragd und Chry-solith.

3. Der Chrysolith, edler Olivin, Peridot.

Der Name Chrysolith kommt aus dem Griechischen und be-deutet Goldstein, weil seine schöne durchsichtige grüne Farbe etwasgoldiges hat. Er ist die durchsichtige krystallisirte Varietät des Mi-nerals, was als Olivin in unkrvstallisirtem Zustande in allenBasalten außerordentlich häufig vorkommt, besteht aus kieselsaurer

(S00)