§)en Begriff „Edelstein" wissentschaftlich zu begrenzen, istdeshalb nicht möglich, weil dieser Begriff kein wissenschaftlicher,sondern ein conventioneller ist. Man versteht unter Edelsteinendiejenigen Steine, welche aus der zahllosen Menge der vorhande-nen ausgewählt wurden, um als Schmuck zu dienen, weil sieentweder durch ihre lebhafte Farbe, oder durch ihre Durchsichtigkeitund besonder» Glanz hierzu vorzugsweise geeignet erschienen.Auch die Härte wurde bald eine an den Edelsteinen geschätzteEigenschaft, weil man beobachtete, daß, wenn einmal die größerenSchwierigkeiten überwunden waren, welche freilich diese Eigen-schaft der Bearbeitung eines Edelsteins entgegen setzte, grade diegroße Härte dem Steine eine um so längere Dauer sicherte undden besten Schutz bot gegen Verletzungen und Schrammen, dieseine glänzende Fläche verunzieren, und seinen Werth als Schmuck-stein in hohem Grade gefährden mußten.
Die Liebhaberei für Edelsteine reicht weiter zurück als dieGeschichte, denn in den ersten Uranfängen derselben finden wir siebei den ältesten Culturvölkern allgemein verbreitet, so in Indien, dasheute noch durch seinen Reichthum an Edelsteinen die meisten andernLänder der Erde übertrifft, in Babylon, in Egypten.
Von den alten Egyptern wissen wir, daß sie sogenannte Sca-rabäen (Käfergemmen) aus edlen und halbedlen Steinen fertigten,um sie ihren Todten bei der Bestattung unter die Zunge zu
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