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älteste ist, ursprünglich, in den ältesten Zeiten, wohl das einzigewar, und auch heute noch fälschlicherweise vielmehr Vertrauengenießt, als sie verdient. Die meisten Edelsteine würden nämlich,wenn sie chemisch rein wären, ungefärbt sein, und gewöhnlichrühren ihre oft so prächtigen Farben nur von zufälligen Verun-reinigungen her, die die Substanz des Edelsteines bei ihrerBildung durch Metalloxyde erlitt. Diese Beimischung eines fär-benden Stoffes ist oft eine so geringe, daß sie sich nicht einmaldurch die chemische Analyse Nachweisen läßt, was uns nicht wun-dern darf, da ja auch andere Farbstoffe so intensiv färben, daßsie ihrer kleinen Menge wegen chemisch nur nachzuweisen sind,wenn der Analyse große Mengen des gefärbten Stoffes zur Ver-fügung stehen. So färbt z. B. Carmin ein 10,000 mal größereMenge Wasser noch deutlich roth, und mit einem Gran der Anilin-farben kann man 100-000 Gran Wasser noch recht lebhaft färben.
Wenn es nun auch richtig ist, daß die meisten Edelsteineeine bestimmte Farbe haben, so kommen doch zahlreiche Abwei-chungen von dieser vor, und man muß stets sesthalten, daß diemeisten Edelsteine, wenn auch nur ausnahmsweise, jede Farbehaben können. So giebt es blaue, rothe, graue, schwarze Dia-manten, und nur diejenigen Edelsteine machen hiervon eine schein-bare Ausnahme, die mit ihrem Namen bestimmte Farbeu-Varie-täten repräsentiren. So z. B. kann freilich ein Smaragd nichtanders als intensiv grün sein, weil nur die intensiv grüne Farben-varietät des Berylls Smaragd genannt wird. Ein Saphir kannnicht anders als blau sein, weil nur die blaugefärbte Varietätdes Korund diesen Namen führt u. s. w.
Dagegen giebt es eine andere optische Erscheinung, die einganz vorzügliches Hülfsmittel für die Unterscheidurg der Edelsteinedarbietet, das ist der Pleochroismus (Vielfarbigkeit), die Eigen-schaft vieler durchsichtiger Edelsteine, bei durchfallendem Lichtein verschiedenen Richtungen verschiedene Farben zu zeigen.
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