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Die Edelsteine
Entstehung
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Dagegen blieb die Kunst der Edelsteiuschleiferei, d. h.das Verfahren, den Edelsteinen bestimmte regelmäßige vielflächigeFormen zu geben, und dadurch ihren Glanz, ihr Farbeuspiel(Feuer) zu erhöhen während des ganzen Alterthums in der Kind-heit. Erst im Mittelalter fing diese Technik an, sich langsam zuentwickeln. Es sind hier besonders zu^nennen Ludwig vanMerquenaus Brügge 1456 undI der Franzose Claudius de la Croix, der1590 nach Nürnberg kam, und dort namentlich den Rosettenschlifffür Granaten einführte. Diese Technik ist noch heute in fort-währendem Fortschritt begriffen, und die Leistungen der Gegen-wart übertreffen die aller früheren Zeiten.

Die wissenschaftliche Kenntnis; der Edelsteine nahm währenddes Mittelalters kaum zu. Die verschiedenen Schriften, die ausdieser Zeit herrühren, zeigen kaum einen Fortschritt gegen Plinius,im Gegentheil umwucherten Mystik und Aberglaube auch dieLehre von den Edelsteinen immer mehr. Man schrieb ihnen diewunderbarsten Kräfte zu, fabelte über ihre Entstehung die selt-samsten Dinge, und trug sie vorzugsweise als Amulete, da manihnen den mannigfaltigsten Einfluß auf Schönheit und Gesund-heit, Glück, Ehre und Reichthum zuschrieb. Man verflocht siein die alchymistischen und astrologischen Träumereien der Zeit,suchte den „Stein der Weisen," und brachte sie mit den Pla-neten und Jahreszeiten und den zwölf Sternbildern des Thier-kreises in Verbindung, so daß man für jeden Monat das Tragenbesonderer Edelsteine für heilsam hielt.

Nachklänge dieses Aberglaubens haben sich noch bis in dieheutige Zeit erhalten, wie es denn z. B. bekannt ist, daß dieletzte Kaiserin von Frankreich Eugenie keinen Opal trägt, weiler Unglück bringen soll.

Erst die Fortschritte, welche das letzte Jahrhundert auf allenGebieten der Naturwissenschaften gemacht hat, beseitigten diesemystischen Träumereien, und wir betrachten heutzutage diese Reihe

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