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Die Edelsteine
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wird als der erste Steinschneider genannt, ja Herodot erwähntihn ausdrücklich als den Verfertiger des berühmten Schicksal-ringes des Polykrates.

Im Beginn des 5. Jahrhunderts tritt uns bei den Griechenein vollständiges Lehrgedicht über die Edelsteine entgegen, dasvon einen Priester Onomacritos, dem Begründer der hellenischenMystik unter dem Namen Orpheus verfaßt sein soll. Er be-handelt darin alle damals bekannten Edelsteine, doch nicht etwavom naturwissenschaftlichen Standpunkt, sondern indem er ihrevermeintlichen geheimen Wnnderkräste beleuchtet. Von nun annimmt der Gebrauch der Edelsteine immer mehr zu, und steigertsich bei den Römern, besonders unter den Kaisern, zu einem un-glaublichen Luxus.

Aus der römischen Literatur ist esbesonders die Naturgeschichtedes Plinius, die unser Thema mit großer Ausführlichkeit be-handelt, aber auch diese Schrift beweist, daß es den Alten un-möglich war, sich die einzelnen Edelsteine ohne die mannigfachstenWunderkräfte zu denken. Zugleich hatte sich die Kunst, Steinein künstlerischer Weise zu graviren, sei es zum Zwecke desSiegelns vertieft (Gemmen) oder bloß zur Zierde erhaben(Cameen) in immer höherem Grade entwickelt. Auch diese Kunstist uralt. Die Käfergemmen der alten Egypter wurden bereitsangeführt, Moses erwähnt der geschnittenen Steine, und derSteinschneider (2. Mos. 28) und von den Babyloniern erzähltHerodot, daß jeder von ihnen einen Siegelring trug. Schonzur Zeit Alexander des Großen hatte diese Kunst einen so hohenGrad künstlerischer Vollendung erreicht, daß ihre Leistungen inkeiner spätern Zeit, auch in der Gegenwart nicht, übertroffenwurden. In Italien blühte die Gravirkunst bei den Etruskernschon im 5. Jahrhundert v. Ehr., während sie bei den Römernerst vier Jahrhunderte später in Aufnahme kam, und dann be-sonders durch griechische Künstler zur Blüthe gelangte.

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