Druckschrift 
Bonifaz von Montferrat, der Eroberer von Konstantinopel, und der Troubadour Rambaut von Vaqueiras
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

23

Zum Glück für' Rambaut sollte doch noch eine Stunde derAussöhnung und Wiedervereinigung mit der geliebten Damekommen. Im Wettkampfe mit zwei nordfranzösischen Spielleutenam Hofe Bouifacio's war es, wo vor der zurückgekehrten Bea-trice seinem Herzen und Munde die frischeste Stampida entquoll:Unlenän ni llor äs tn^n«, gefallen nicht mehr als eine

fröhliche Dame (äonns, aber leider habe er bei ihr nicht

nur lieben und hoffen, sondern auch fürchten gelernt.

In der Zeit, wo der Ritter also sang, war seines HerrnLeben und Streben bereits Zwecken geweiht, welche ihn aus demengern Kreise seines eigenen Hauses auf die weite Bühne derWeltgeschichte stellten. Nach dem Tode des gewaltigen KaisersHeinrich VI., welcher Deutschlands Macht Zu einer unbeschränk-ten zu erheben getrachtet hatte, war, während England undFrankreich in erbitterter Fehde lagen und jener in Messina undvor Acco entbrannten Zwietracht ihrer Könige neue Opfer brach-ten, unser Vaterland zerrissen durch den auf seinem heimischenBoden wieder angefachten und besonders durch geschicktes Schü-ren von Rom her Heller entbrannten Kampf der Staufer undWelfen. Der treuesten Ghibellinen einer, übernahm Bonifaciodie wichtige Mission, zusammen mit dem aus dem heiligen Landeheimkehrenden Erzbischof Konrad von Mainz einen Waffenstillstandzwischen Philipp von Schwaben, dem Bruder Heinrichs, und Otto,dem Sohne Heinrichs des Löwen, herbeizuführen und womöglicheinen von ihnen zum Verzichte auf die Krone zu bestimmen(Anfang 1200). Jnnocenz III. hatte, um den Schein völligerUnparteilichkeit zu wahren, seine Zustimmung zu solchem Unter-nehmen ertheilt. In welchem Sinne Bonifaz damals freilichvergeblich gewirkt, wird uns am besten klar aus einer zweitenReise, die ihn über die Alpen im Sommer 1201 führte. Phi-

( 279 ,