Anmerkungen des Herausgebers.
Der Vortrag ist von dem am 23. August 1873 in Wiesbaden ver-storbenen Oberbibliothekar und Professor vr. Hopf bereits am 1. März 1870in Königsberg i. Pr. gehalten worden, hat aber nicht blos wegen desAnsehens, welches der Name des Verfassers auf dem Gebiete der Ge-schichte Italiens und Griechenlands im Mittelalter genießt, sondern auchdeshalb größeres Interesse gewonnen, weil Bonifaz von Montferratnach den gut gestützten Ausführungen E. Winkelmanns in Heidelberg(Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig. I. Lpzg.1873. 524 ff.) als Mittelsperson der deutschen Politik des StaufersPhilipp erscheint, welche wie um Alexios IV. und Isaaks willen, sowegen ihres Kampfes mit dem Pabste die entscheidende Wen-dung des von Bonifaz geleiteten Kreuzzuges gegen Konstantinopelherbeigeführt hätte. Noch weiter ist diese Ansicht ausgeführt wordenin einem glänzend geschriebenen Essay eines der hervorragendsten franzö-sischen Gelehrten, des Grafen Riant, (Innoosnt III., kbillxxs äs Louadset öonikaos äs Nontksrrat, sxarusu äss oausss Hui ruoäsLsrsut, anästriwsnt äs I'smpirs (llrss, 1s plan prirnitit äs 1a HuatrivMS srolsaäs)in der ksvns äss gnsst. bist. XVII. 321—374. XVIII. 5—75. DieVöllige Verschiebung der Gesichtspunkte, welche vorher für die Erkenntnißder bei dem merkwürdigen Ereigniß maßgebenden Motive aufgestellt wa-ren (vgl. den vortrefflichen Aufsatz von G. M. Thomas, Augsb. Allg. Ztg.,22. Dezember 1875), regt neben anderen Fragen insbesondere die an, obMarkgraf Bonifaz nach seinem ganzen Wesen so geartet war, um sichzum Werkzeug einer Politik machen zu lassen, welche eine tatsächlicheUnterstützung zu leisten weder fähig noch Willens war. Zur Beantwor-tung dieser Frage dürfte Hopfs hinterlassene kleine Studie einen nichtunerheblichen Beitrag liefern.
(SSS)