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Die Nibelungensage
Entstehung
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So finden wir in dem halbgöttlichen Helden Siegfried und inder halbgöttlichen Schlachtjungfrau Brunhild das alte Götter-paar wieder. Der Jahresmythus, wornach der Gott die Göttinaus dem Todesschlaf erlöst, um sie später den lebensfeindlichenGewalten wieder zu überlassen, ist nun dahin gewandt, daßder Held die Geliebte von Anfang an nicht für sich, sondern füreinen Andern aus dem Zauberschlaf weckt. Sein Tod, der ur-sprünglich nur das Absterbeu der Natur bedeutete, ist jetzt mo-ralisch begründet als Strafe für seine Untreue. So wird nunder alte Wiuterdämou zum Rächer der Göttin. Züge dämoni-schen Wesens haben sich in Hägens Gestalt bis ins Nibelungen-lied herein erhalten. Sein Name bezeichnet den Dorn, dasSymbol des Winters und des Todes. Mit Siegfrieds undBrunhilds Ende fand auch die Sage ihren Abschluß. Späteraber, als die Dichtung den Fluch des Goldes znm Grundgedankenmachte, traten andere Erzählungen damit in äußern Zusammen-hang. So verwuchs schließlich die mythische Sage von Siegfriedund Brunhild mit der historischen von Attila und den Bur-gunder:.

All das vollzog sich dereinst im Schooße unseres Volksdurch die Phantasie ungezählter Dichter, darunter große Dichterohne Namen. Aber noch heute wirkt die Triebkraft des uraltenmythischen Keims fort in einem Blütheubüschel von Märchen.Märchenhaft ist bereits das Lied vom hörnen Seifried ausdem l5. Jahrhundert, das uns zeigt, wie die Spielleute des Volks,unbekümmert um die ritterliche Kuustdichtung, die Sage weiter-bildeten. Schon ist der ursprüngliche Ban völlig aus den Fu-gen; aber aus den Trümmern ragen Ueberreste höchsten Alter-thums. Heute ist dieses Bänkelsängerlied wie das ritterliche Eposvon den Nibelungen im Volke vergessen. Aber der schöne son-nenheitere Held, den nach dem Zeugniß der Wölsungensage alle

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