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Kinder liebten, ist noch immer unter manichfacher Berkleidungein willkommener Gast der Kinderstube. Bald ist er ein jungerRiese, der sich einem Schmied in die Lehre giebt und den Am-boß mit einem Streich in den Grund schlägt. Bald ist er einJäger, der die Königstochter vom Drachen befreit, und den seinetreulosen Bundesbrüder verderben wollen, aber — da das Mär-chen keinen Triumph des Bösen duldet — dafür selbst in einenSack mit Schlaugen gesteckt werden. In einem hessischen Mär-chen führt dieser starke Junge, der den Amboß in den Grundschlägt und den Drachen tödtet, noch jetzt den Namen Siegfried.Bald ist er ein junger Abenteurer, der in einem Thurme mittenim Wasser eine Jungfrau schlafend findet, ganz in ihr Hemdeeingenäht. Wer denkt nicht bei dieser schlafenden Jungfrau andas holde Königskind, das, von der Spindel gestochen, mit allenBewohnern der Burg in tiefem Schlaf liegt, von einer das Dachüberwuchernden Dornhccke umschlossen, in der alle Königssöhne,die hindurchdringen wollen, einen jämmerlichen Tod finden? Soschlief einst die Walküre vom fressenden Feuer umfangen. Aberals die Zeit erfüllt war, kam der rechte Königssohn. Da blühtedie Dornenhecke von großen schönen Blumen und that sich voneinander, und er weckte die Schläferin als seine Braut. So er-losch dereinst die zum Himmel sausende Lohe, als der von Odinverheißene furchtlose Held zu der Heldin ritt, der lichteste Lieb-ling deutscher Sage, Siegfried der Drachentödter.
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Druck von Gehr. Unger (LH. Grimm) in Berlin, Schönebergerstr. 17s.