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oder Wilkinasaga betitelt, alle Sagen zusammenstellte, welchemit Dietrich von Bern in Beziehung standen. Die Geschichteder Nibelungen, wie er sie seinen sächsischen Gewährsmännernnachschrieb, kommt in ihrem zweiten Theil dem Nibelungenliedauffallend nahe, bringt aber doch so viel abweichende eigenthüm-liche Sagcnzüge, daß eine unmittelbare Benützung des hoch-deutschen Gedichtes nicht wahrscheinlich ist.
Dietrich von Bern, der Ostgothenkönig Theoderich, wurdewohl in unsere Sage eiugeführt, als das — besonders durch dieUngarnkämpfe Kaiser Heinrichs III gesteigerte — deutsche Natioual-gefühl sich dagegen sträubte, daß der kühne Hagen und seintapferer König von Hunneuhändeu überwunden werden sollten.Wer immer der längst Vergessene war, der zuerst hierauf verfiel,es war einer der genialsten Dichtergedanken, die kunstvolle Stei-gerung der Kämpfe durch das Eingreifen des volksthümlichstendeutschen Helden zum großartigen Abschluß bringen, des edlenHeimathlosen, der mit einem Herzen voll Weh, aber unüberwind-lichen Arms mit der Schicksalsmacht einer höheren Gerechtigkeitdem wilden Trotz des Verzweifluugskampfes ein Ziel setzt. DemAufenthalt deS Ostgotheu Dietrich am Huuueuhof liegt überdiesdie geschichtliche Erinnerung zu Grunde, daß Theoderichs Vaterund Vatersbrüder zu Attilas Freunden zählten und die Ostgothendes Mougoleufürsten beste Streiter waren. Ist doch Attila selbstein gothisches Wort und heißt Väterchen, ohne Zweifel die Ueber-setzung eines Schmeicheluameus, mit dem die Hunnen ihrenGroßchan anredeten, wie das russische Volk noch heute seinenZaren batjusolrlra, Väterchen, nennt.
So hat uns die Vergleichung der nordischen und deutschenUeberlieferuug von selbst weitergeführt zur Frage nach der Ent-stehung der Sage.
In der Heldensage aller Völker verbinden sich mythische und
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