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noch die Kunde von Brunhilds übermenschlicher Stärke, welcheentschwindet, sobald sie eines Mannes Weib wird. Im Hinblickdarauf wurde die mythische Waberlohe durch die der Heldensagegemäßeren Kampfspiele ersetzt. Doch auch die nordische Ueber-lieferung ist in Verwirrung gerathen. Wie kommt es, daß wirdie wiedererwachte Brynhild noch immer von dem brennendenFeuer umschlossen finden, nachdem doch durch Sigurds Kühn-heit Odins Flammenzauber gebrochen ist? Der FlammenrittSigurds kann nur einmal geschehen. Diese Schwierigkeit löstsich einfach durch Andeutungen der nordischen Schriften, wornachSigurd sich mit Brynhild verlobt hat, bevor sie von Odin indie Waberlohe eingeschlossen wurde. Am schönsten würde sich dieSage abrunden, wenn wir annehmen dürften, daß eben derjunge Sigurd es war, welcher der noch halb kindlichen Schlacht-jungfrau ihr Schwanhemd raubte, daß sie ihm zu Liebe seinenFeind wider Odins Willen in den Tod sandte, und daß sie aufihn, den Geliebten, als Retter hoffte, wie sie Odin erklärte, siewerde sich Keinem vermählen, der sich fürchten könne. Aber sieträgt als Verlobungsring Sigurds den Fluchring des Drachen-hortes am Finger. Er kommt wirklich, der Einzige, auf den sievertraut, und die Waberlohe erlischt vor ihm; doch er kommt infremder Gestalt und überliefert sie den Umarmungen eines An-dern durch den unerhörtesten Betrug, den je ein Weib vomManne erfahren. Er nimmt ihr seinen Verlobungsring undschenkt ihn seinem Weib, und diese hält ihr ihn mit höhnischerSchmähung vor das Angesicht. Dafür muß Sigurd sterben.Nicht seine Schuld ist es: der Fluch des Hortes war's, der ihmden Vergessenheitstrank bereitete. Vom Fluch des Hortes mußer sterben. Aber nun, da er todt ist, gehört er wieder ihr; nunbettet sie sich zu ihm in die bräutlichen Flammen des Leichen-brandes und flüchtet sich mit dem Geliebten, den ihr die Leben-
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