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den Freund im schmählichsten Undank, mordet der tückische Wirthseine Gäste, und wenn auch schon das unselige Gold in die Tiefedes Rheines versenkt ist, unerbittlich vollzieht sich das Schicksalan Denen, die ihn zuletzt besessen, wie an Dem, der ihn zuletztbegehrt. So waltet der Fluch als Mordstifter und Mordrächerzugleich, bis das geraubte Gold aus den bluttriefenden Händender Menschen auf dem dunkeln Grunde des Rheins wieder inden unbedrohten Besitz der Erdgeister zurückgekehrt ist.
Vom Golde, das sie so leidenschaftlich liebten, leiteten dieGermanen den Ursprung des Bösen her. Das goldene Zeitalterder Welt war für sie eben das, wo man das Gold noch nichtkannte. Da, als man zuerst mit Geren die Goldstuse ins Feuerstieß, da gieng Göttern und Menschen die Unschuld verloren.Das ist der germanische Süudenfall. Vom dämonischen Wun-derglanz des Goldes erwachten die Begierden der Selbstsucht.Alle reizt es, Keinen beglückt es: denn der Fluch der Unterirdi-schen ruht darauf. Das ist der poetische Grundgedanke der altenNibelungensage.
Es ist also eine uralt germanische Anschauung, die der größtegermanische Tragiker seinem Romeo in den Mund legt, wie dieserbeim Apotheker in Mantua Gift kauft:
Da ist dein Gold, ein schlimmres Gift den SeelenDer Menschen, das in dieser eklen WeltMehr Mord verübt, als diese armen Tränkchen,
Die zu verkaufen dir verboten ist.
Ich gebe Gift dir; du verkaufst mir keins. —
Nicht minder wichtigen Aufschluß giebt uns die nordischeSage über das Verhältniß Siegfrieds zu Brunhild,das in der süngern deutschen Sage fast völlig verdunkelt ist.Die Schlachtjungfrauen Wodans, die Lieblinge nordischer Dich-tung, hatte» die Deutschen im 12. Jahrhundert längst vergessen.Nur als ein unverstandener Nachklang alter Walkürensage lebt
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