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im Norden, daß norwegische Kreuzfahrer, welche zu Anfang des12. Jahrhunderts im Hippodrom von Constautinopel die Statuenantiker Götter und Heroen gesehen hatten, zu Hause erzählten, esseien im fernen Byzanz die Erzbilder der Wölsungen und Giu-kuugen aufgestellt.
Jedenfalls geschah die Verpflanzung in einer Zeit, wo inDeutschland heidnische Vorstellungen, die das 12. Jahrhundertnicht mehr verstand, noch frisch und lebendig waren.
Die nordische Ueberlieferuug löst uns manche Frage, aufwelche wir im Nibelungenlied keine Antwort fanden. Gegenüberden dürftigen und nach der höfischen Schablone zugeschuittenenAngaben des Nibelungenliedes bietet sie uns eine ausführlicheJugendgeschichte Siegfrieds. Er ist von dem deutschen, aber inDeutschland vergessenen, Sagengeschlecht der Melsungen, dienoch im leuchtenden Blick ihrer Augen, den Niemand ertragenkann, ihre göttliche Abkunft bekunden. Wälse, ihr Ahnherr, indessen Namen sich ein alter Lichtgott anzeigt, ist in der Sage vonOdins Stamm. lieber seinen Sohn und Siegfrieds VaterSiegmund, der im Nibelungenlied nichts als ein schwacher Greisist, hat der Norden schaurig großartige Sagen von geradezu ur-weltlicher Wildheit bewahrt. Siegfried ist die Krone dieses Ge-schlechts. Aber an seiner Geburt haftet ein Makel: er ist derSohn einer Kriegsgefangenen, in Unfreiheit geboren. Da-her schilt ihn Brynhild im Zank mit Gudruu des DänenkönigsKnecht. Auch im Nibelungenlied kommt alles Unheil davon, daßBruuhild Siegfried ihren Knecht nennt. Der Schimpf also istgeblieben, aber der Grund desselben vergessen; daher ersann mandie nicht besonders glückliche Erklärung, Siegfried habe sich beider Werbung in Island für Günthers Dieustmann ausgegeben.
Den Drachenkampf und die Erwerbung des Hortes, im Ni-
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