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Die Nibelungensage
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Vergebens war alles Bemühen, sie zu versöhnen. Sie forderte vonGunnar Sigurds Tod. Nach langem Schwanken willigte dieserein, doch mehr um des Hortes als der Rache willen. Guttorm,der jüngste Bruder, der mit Sigurd keine Eide der Treue getauschthatte, wurde zum Morde gereizt; sie brauten ihm Zaubertränke,gaben ihm Schlangen- und Wolfsfleisch zu essen, und wüthend ge-macht durch diese Künste erstach er den schlafenden Sigurd imBette an Gudruns Seite, fiel aber selbst durch das Schwert Gram,das ihm der Sterbende nachwarf. Schreiend erwachte Gudrun,vom warmen Blute ihres Gatten überströmt.

Da lachte Brynhild einmal noch aus vollem Herzen, alssie von fernher Gudruns gellenden Schrei vernahm. Dann aberlegte sie in feierlichem Ernst die goldene Rüstung wieder au, diesie einst als Walküre getragen, und machte sich bereit, dem todteuGeliebte» zu folgen. Vergebens schlang ihr Gunnar die Armeum den Hals; sie stieß ihn zurück und durchbohrte sich mit demSchwert. Sterbend ordnete sie ihre Todtenhochzeit an und bat,daß man sie mit Sigurd auf einem Scheiterhaufen verbrenne,zwischen Beiden wie einst sein blankes Schwert: Zum Unheilwerden noch allzulange Männer und Weiber ins Leben geboren;doch wir Beide bleiben zusammen, ich und Sigurd!

Darauf bemächtigten sich Gunnar und Högni des Hortes.Gudrun aber floh nach Dänemark, wo Sigurd ausgewachsenwar, und lebte dort bis ins vierte Jahr. Dann, durch einenZaubertrank ihrer Mutter milde gestimmt, versöhnte sie sich mitihren Brüdern und ließ sich von ihnen mit Bcyuhilds BruderAtli vermählen, der sie zur Sühne für den Tod seiner Schwe-ster forderte. Im Grunde seines Herzens war es aber SigurdsHort allein, was er begehrte. Mit Mordgedanken lud er dahereines Tages seine Schwäger zu Gaste. Gudrun gab zwar demBoten als Warnuugszeichen Audvaris Ring mit, um den sie

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