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Die Nibelungensage
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vom Finger zog und ihr dafür Gunnars Brautring ansteckte.Doch er küßte sie nicht, noch umfieng er sie, sondern legte zwi-schen sich und sie sein scharfes Schwert. Dann ritt er zurück zuGunnar, um wieder mit ihm die Gestalt zu vertauschen, unddieser führte nun seine Braut an den Rhein.

Als aber dort die verrathene Brynhild ihren Geliebten miteiner Andern vermählt fand, verzehrte sich ihre Seele in Gramund Grimm.

Sie saß einsam draußen zur Abendzeit,

Und laut mit sich selber begann sie zu sprechen:

Sigurd will ich haben oder doch sterben,

Den jungen Helden in meinem Arm.

Nun sprach ich ein Wort, das mich wieder reut:

Sein Weib ist Gudrun, und ich bin Gunnars.

Leide Nomen schufen uns langes Weh.

Sie schritt, im Innern auf Schlimmes sinnend,

Ueber Eis und Schneefeld jeden Abend,

Wenn er und Gudrun zu Bette giengen:

Nun geh ich verlassen von Lust und Liebe

Und muß mich ergehen an grimmen Gedanken. .

Zum Ausbruch kam ihr Haß gegen Gudrun, als sie einesTages mit ihr im Rheine badete. Sie schritt weiter hinein inden Strom und erwiderte auf Gudruns Frage: Ich will dasWasser nicht an mir leiden, das von deinen Haaren rinnt; dennmein Gatte ist ein ruhmreicher König und ritt durch das bren-nende Feuer, deiner aber war des Dänenkönigs Knecht. Dazürnte Gudrun und rief: Dir ziemt es am wenigsten, Sigurd zulästern; denn er ist dein erster Mann. Er ritt in Gunnars Ge-stalt durch das brennende Feuer und nahm dir den Ring, denich hier am Finger trage. Als Brynhild den Ring erkannte,erbleichte sie wie eine Todte, gieng heim und warf sich auf ihrBette und lag dort tagelang regungslos wie in tiefem Schlaf.

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