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Die Nibelungensage
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Abschluß kam, in Norwegen und auf Island Siegsriedlieder vonviel alterthümlicherem Gepräge. Die früheste Kunde hievonverdanken wir einem isländische» Prosawerk aus der ersten Hälftedes 13. Jahrhunderts, das als Hilfsbuch für angehende Kunst-dichter (Skalden) eine nordische Mythologie und Poetik enthältuud Len Titel Edda, Urgroßmutter, führt. In der Poetik, dieman dem Isländer Suorri Sturluson zuschreibt, wird die Ni-beluugensage nach jenen Liedern in prosaischem Auszug mitge-theilt. Von den Liedern selbst wurde auf Island um das Jahr1240 eine Anzahl in einer Sammlung vereinigt, welche uns ineiner leider lückenhaften Handschrift aus dem Ende des 13. Jahr-hunderts, dem berühmten Ooäox liegius in Kopenhagen, erhal-ten ist. Diese Sammlung führt seit ihrer Entdeckung im 17.Jahrhundert den Namen Aeltere Edda und wurde bis in unsereZeit herein fälschlich dem um 1100 lebenden isländischen Ge-lehrten Sämuud zugeschrieben. Man war lange geneigt, dieseEddalieder ihrem Ursprung nach bis ins 8. Jahrhundert undnoch weiter zurückzuverlegen. Die neuere Forschung hat jedochergeben, daß es Kunstdichtuugen einer jüngeren Zeit, meist ausdem 12. Jahrhundert, sind, welchen aber ältere volksthümlichereDichtungen zu Grunde liegen. Als dritte Quelle ist noch eineprosaische Bearbeitung aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundertszu neunen, die Wölsungasaga, welche unter Anderem einvollständiges Manuscript der Liedersammluug zur Vorlage hatteuud daher für die Lücke des Oocksx L.sA'iu8 willkommene Er-gänzung bietet.

Obgleich in christlicher Zeit ausgezeichnet, entrollt uns dienordische Darstellung der Nibelungeusäge ein Bild aus voll-kommen heidnischer Welt. Da waltet noch als der Höchste imHimmel der alte indogermanische Sturmgott, der für den Ger-manen der Beweger alles natürlichen und geistigen Lebens, der

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