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Die Nibelungensage
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ist es ein Fremder. Sie aber schreit auf: Siegfried ist es, meingeliebter Mann. Brunhild hat's gerathen, und Hagen hat's ge-than. Jammer und Klage erfüllt die Königsburg und dieGassen von Worms. Kriemhild läßt den Todten zum Münstertragen; als der grimme Hagen an die Bahre herantritt, beginntSiegfrieds Wunde wieder zu bluten. Nach drei Tagen wirdder Held bestattet; aber ehe er in die Gruft versenkt wird, mußman auf Kriemhilds rührendes Flehen den Sarg wieder auf-brechen, daß sie sein schönes Haupt noch einmal schaue. IhreAugen weinen Blut.

Aus Zureden Gernots und Giselhers bleibt Kriemhild beiihrer Mutter in Worms und läßt sich neben dem Münster einHaus bauen. Hagen weiß es anzustiften, daß man sie überredet,den Nibelungenhort nach Worms kommen zu lassen. Da sieaber hierauf ungemessene Gaben vertheilt und sich so mehr undmehr Freunde gewinnt, bemächtigt sich Hagen in AbwesenheitGünthers mit dessen Vorwissen des Schatzes und versenkt ihnin den Rhein.

So durch den einen erbarmungslosen Feind verwittwet undberaubt lebt die Trauernde viele Jahre in Worms, bis der Hun-nenkönig Etzel seinen Brautwerber an sie entsendet. Sie willerst nichts von einer neuen Heirath hören; aber in Hoffnung ausRache willigt sie ein. Eine lange freudelose Zeit verbringt siebei Etzel im Hunnenland, bis die Rachesaat reift. Auf EtzelsEinladung ziehen ihre Brüder mit Hagen und ihren besten Heldennach Etzelnburg (Alt-Ofen). Die erste Frage, die sie an Hagenthut, betrifft den geraubten Hort. Im festlichen Saal kommtes dann auf Kriemhilds Anstiften zum völkermordenden Kampf.Auf Hagen vor Allen hat sie es abgesehen; um ihn zu verder-ben, opfert sie Brüder und Freunde und Tausende über Tausendeihrer Helfer. Aber immer trotziger, immer gewaltiger hebt

(SSS)