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gegeben habe. Sie wiederholt diese Drohung, als sie in ihrerKammer allein sind, und da er sich nicht daran kehrt, bindet sieihn mit ihrem Gürtel und hängt ihn an die Wand. Nun mußSiegfried in der folgenden Nacht, um sein Werk zu vollendenund die Ehre des Männergeschlechts zu retten, noch einmal indie Tarnkappe schlupfen und mit ihr, die ihn im Dunkel für Gün-ther hält, einen zweiten schwereren Kampf bestehn. Doch sobaldsie sich für besiegt erklärt, läßt er von ihr ab und nimmt nurin der Aufregung des Sieges ihren Ring und ihren Gürtel,welche ihm beim Kampfe in der Hand geblieben sind, mit sichfort. Diese Wahrzeichen schenkt er später seinem Weib, nachdemer mit ihr in sein Land zurückgekehrt ist, und verräth ihr dasGeheimniß. Das wird sein Verderben.
Auf Brunhilds Zureden läßt Günther die Beiden nachWorms laden. Sie kommen und werden auf's Herzlichste ge-feiert. Aber eines Nachmittags, als die zwei Königinnen amFenster sitzen und den Ritterspielen im Hofe zuschauen, gerathensie über den Werth ihrer Männer in Streit. Da Brunhildvon Siegfried als einem ihrer Dicnstleute spricht, kommt Kriem-hild außer sich und will ihr beim Kirchgang zeigen, wem vonihnen Beiden der Vortritt gebühre. Brunhild wartet ihrer vordem Münster und heißt sie verächtlich stille stehn: Es soll vordem Königsweibe nie die Eizendirne gehn. — Könntest duschweigen, ruft Kriemhild, das wäre dir gut. Wie konnte desDienstmanns Buhle des Königs Weib werden? — Sie weißwohl, daß sie mit diesem Schimpf viel zu viel sagt; aber inihrer Leidenschaft wäre ihr die Wahrheit nicht wuchtig genug,um die empörende Hoffahrt Brunhilds niederzuschmettern. Siehat ja für die Feindin die Beweise in der Hand, Ring und Gürtel,die sie ihr triumphierend unter die Augen hält. Da verstummt
die stolze Brunhild und weint bitterlich. Die Männer kommen(680)