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Die Nibelungensage
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ihm, da die Königin furchtbaren Brauch übe. Er erbet sichübrigens, ihm zu helfen, wenn er ihm dafür seine SchwesterKriemhild zum Weibe geben wolle. Günther schwur ihm dieszu, und so rüsteten sie sich zur Reise; nur Hagen und seinBruder Dankwart sollten sie begleiten. Siegfried, dem dieWasserstraßen bekannt waren, steuerte ihr Schifflein gen Jsensteiu,Brunhilds Veste auf Island. Unterwegs schärfte er seinen Genossenein, daß sie ihn bei Brunhild für Günthers Dienstmann aus-geben sollten. Als sie vor Brnnhilds stolzer Burg landeten,sahen sie manche schöne Maid in den Fenstern stehen, und Sieg-fried fragte Günther, welche ihm am besten gefiele. Da deutetedieser nach einer in schneeweißem Gewand. Du hast recht ge-wählt, sprach Siegfried, das ist die edle Brunhild. Das Hof-gesinde kam ihnen grüßend entgegen und forderte ihnen die Waffenab. Dem wollte sich Hagen widersetzen; aber Siegfried bedeuteteihm, nach dem Brauche dieser Burg dürfe kein Gast Waffen tragen.Man meldete der Königin die Ankunft der Fremdlinge, einer dar-unter gleiche dem Siegfried. Da rief sie: Ist der starke Sieg-fried meiner Minne willen gekommen, ich fürchte ihnnicht so sehr, daß ich sein Weib werde. Sie gieng, die Gästezu empfangen, und grüßte Siegfried vor den Andern; er abertrat ablehnend hinter Günther zurück, der sein Herr sei und ihnwider seinen Willen auf diese Fahrt mitgenommen habe. Ist erwirklich Dein Herr, erwiderte sie, und bist Du sein Mann,gewinne ich, so geht's euch Allen an das Leben.

Wie kommt Siegfried dazu, vor Brunhild den Nnebenbür-tigen zu spielen? Man kann antworten: um sich gegen Gün-ther in Schatten zu stellen. Aber hat er denn das nöthig? Er-wartet Brunhild etwa seine Werbung? Aus der trotzigen Reveder Jungfrau ist ihre wahre Herzensmeinung kaum zu errathen.Günther kommt als Freier, und Siegfried begleitet ihn als sein

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