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Die Nibelungensage
Entstehung
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Soll ich dich aber missen, so war ich lieber todt. Man führthn zu ihr, und erröthend reicht sie ihm die Hand, daß er sie-bis zur Kirche geleite. Mit lieben Blicken schauen sie sich heim-lich an, und nie ist ihm in der Sommerzeit und in des MaienTagen so hohe Freude geworden als nun, da die Geliebte ihmzur Seite geht und er in herzlicher Minne ihr leise die weißeHand drückt.

Hier kommt die lyrische Grundstimmung der Zeit zu ihremechtesten und naivsten Ausdruck. Dieses weiche, um nicht zusagen weichliche, Hinschmelzen des Herzens, diese blondlockige,blauäugige Blödigkeit der ersten Liebe, die man so häufig füretwas Nrdeutsches hält, war bis dahin den Männern in Deutsch-land so unbekannt gewesen wie anderwärts.

Als nach dem Fest die Herbergen leer werden, will auchSiegfried wieder fort, läßt sich aber bereitwillig die Abreise aus-reden. Er bleibt in Worms und kommt nun täglich mit Kriem-hild zusammen.

Entkleiden wir die bisherige Darstellung der modernen Zu-thaten, so ergiebt sich, daß Siegfried von Niederland, der Drachen-tödter, der den Söhnen Nibelnngs den Hort ihres Vaters unddem Zwerg Alberich die Tarnkappe abgewonnen hat, nach Wormsreitet, um mit den als Helden weitberühmten Burgundenkönigensich zu messen, auf ihr freundliches Entgegenkommen hin jedochihr Gast wird und sich in ihre schöne Schwester verliebt.

Nun saß fern überm Meer eine Königin, Brunhild ge-heißen.Schön war sie aus der Maßen, gar groß war ihreKraft; sie schoß mit schnellen Helden um Minne den Schaft."Sie hatte sich dem Freier gelobt, der ihr drei Kampfspiele ab-gewänne; wer aber auch nur in einem unterlag, verlor dasHaupt. Als König Günther von ihrer Schönheit hörte, beschloßer, sein Leben um sie zu wagen. Aber Siegfried widerrieth es

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