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Die Nibelungensage
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wo es den Ritterschlag empfangen soll. Das Fest seiner Schwert-leite, seiner Waffenweihe, wird nach höfisch-kirchlichem Brauchim ganzen Glanz der Hohenstaufeuzeit gefeiert, und nun gehtdes jungen Ritters Sinnen aus Frauendienst, auf hohe Minne.Er hört, daß zu Worms eine wunderschöne Jungfrau lebe, Kriem-hild geheißen, viel umworben, aber alle Werber verschmähend,und er erbittet sich Urlaub von seinen Eltern, um mit zwölfRittern gen Worms zu reiten. In herrlichem Aufzug erscheinter am Hof der Bruder Kriemhilds, der Burguudenkönige Gün-ther. Geruot und Giselher; er erscheint aber nicht als Braut-werber. wie man von seiner sehnsüchtigen Stimmung erwartensollte, sondern er fordert die Könige und ihre Helden zum Kampf:wer vou ihnen unterliege, solle mit Land und Leuten dem An-dern uuterthan werden. Hier scheint durch die höfische Ueber-malung ein alterthümlicheres mannhafteres Bild der Sage deutlichhindurch. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir auch episodischvon zwei Jugendthateu des Helden, für welche in der Erzäh-lung von Siegfrieds sorgfältiger Hoferziehung kein Raum ge-wesen war.

Als er eines Tages nach Reckenweise allein ohne Helfer aufAbenteuer ausgeritten war, hatte er vor einer Berghöhle zweiKönige getroffen, Schilbung und Nibelung, welche sich eben ab-mühten, den unermeßlichen Hort ihres Vaters Nibelung untersich zu theilen. Da sie nicht damit zurecht kamen, baten sie ihn.die Theiluug zu vollführen, und gaben ihm zum Voraus dasSchwert ihres Vaters, das Balmung genannt war, zum Lohne.Damit traten sie ihm symbolisch das Recht des älteren Brudersab; denn dieser hatte nach altdeutschem Herkommen das Vater-erbe zu theilen und erhielt dafür des Vaters Schwert. Sieg-fried konnte ihnen jedoch die Theilung auch nicht zu Dankemachen; es kam zum Streit, und der zürnende Held erschlug die

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