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Die Nibelungensage
Entstehung
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sckmuck aus dem Kloster reitet, um in dem Rosengarten am Rheinum Kranz und Frauenkuß zu streiten. Der Ritterstand, der sichim Leben vor allen hervorthat, bemächtigte sich auch der Litera-tur und gab ihr ein vollkommen neues, eigenartiges Gepräge.Zn Oesterreich nahm diese Bewegung ihren Anfang. Hiersangen die ersten Kunstlvriker noch mit deutlichem Anklangan das lebendige Volkslied; hier wandten sich auch die ritter-lichen Epiker dem Epos des Volks, den alten Mähren der Hel-densage zu, und namhafte Forscher sehen in dem ältesten deutschenMinnesänger, dem Kürenberger, dessen Lieder in der Nibelungen-strophe abgefaßt sind, den Dichter des Nibelungenlieds. Wieman auch über die Berechtigung dieses Namens denken mag,sicherlich in den Kreisen, wo jene Lieder des Kürenbergers ent-standen sind, entstand auch das Nibelungenlied. Nicht von fah-renden Sängern des Volks und für das Volk ist das Nibelun-genlied gedichtet; es ist ein Werk ritterlicher Kunst, für ritterlicheHörer bestimmt. Das lehren uns schon bei einem flüchtigenBlick in das Gedicht zunächst das Costüm, die Lebensformen derritterlichen Welt, die Vorliebe, mit welcher ritterliche Erziehungund Sitte, ritterliche Spiele und Festlichkeiten geschildert werden,dann aber ganz besonders der Widerhall der höfisch lyrischen Zeit-stimmung in der Darstellung der zarten Minueschwärmerei, welchewie jene Aeußerlichkeiten des Costüms und der Sitte nicht seltenmit derben Ueberresten der ältern Sage in wunderlichenContrast tritt.

Die modernisierende Behandlung macht sich besonders in derersten Hälfte des Nibelungenlieds bemerkbar: Siegfried, der Sohndes Königs Siegmund von Niederland und der Königin Siege-lind, wird in der Burg Santen am Rhein in allen adelichenTugenden erzogen. Wie die seinen jungen Herrn jener Zeitläßt man das Kind nie ohne Aufsicht, bis es in das Alter kommt,

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