und sich bestrebe, von der traurigen Trockenheit unsers modernenKunstgewerbestils (wenn dabei überhaupt von Stil noch dieRede ist), sich zu befreien, so ist das sicherlich ein nicht genugzu lobendes und zu unterstützendes Unternehmen; aber nicht min-dere Bedeutung haben solche Sammlungen durch die technischenProbleme, zu denen sie häufig Anlaß geben. — Wenn mau inden Gewerbemuseen chinesische oder japanische Lackarbeiten aus-stellt, so thut man das sicherlich nicht, damit die barocken Ma-lereien dieser künstlerisch so niedrig stehenden Völker nachgeahmtwerden sollen (leider werden wir nur zu sehr mit solchen Nach-ahmungen überhäuft), sondern damit der Gewerbtreibende sichbemühe, die technische Vollkommenheit jener Fabrikate, die inmanchen Dingen noch einzig dasteht, zu erreichen.
Aehnliche Probleme giebt uns die Geschichte der antikenTechnologie auf; sei es nun, daß wir diese Probleme au den «ocherhaltenen gewerblichen oder künstlerischen Produkten zu beobach-ten und ihnen nachzugehen Gelegenheit haben, sei es, daß unsnur noch Nachrichten von früher bekannten und heutzutageverlorenen technischen Kunstgriffen erhalten sind. In beidenFällen lohnt es sicherlich der Mühe, den Alten uachzuspüren undVersuche, um ihre Technik wieder aufzufiudeu, zu wagen. Aufmehrere solcher technischer Probleme in Kunst und Gewerbe derAlten aufmerksam zu machen ist der Zweck der folgenden Zeilen.
Besondere Beachtung von Seiten der technischen wie derkünstlerischen Ausführung haben von jeher die Reste der Bau-kunst der Alten gefunden. Die Ruinen der griechischen Bauwerkehaben wegen ihrer hohen Schönheit, die Reste römischer Bauanlagenauch wegen des darin sich kundthuenden eminent praktischenSinnes stets die Aufmerksamkeit der Alterthumsforscher wie derpraktischen Architekten erregt; die exakte Ausführung der Details,