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Die gasförmigen Körper und die heutige Vorstellung vom Wesen der Gasform : Vortrag, gehalten am 24. September 1875 zu Sondershausen
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ziehung der Erde, gefesselt sind. So ungefähr haben wir unsdas Verhalten der Flüssigkeitsatome zu denken. Die Molecular-bewegung, welche schon bei dem starren Körper vorhanden, aberdoch nicht direct zu beobachten war, wird in den Flüssigkeitendurch neu hinzugeführte Wärme nur immer lebhafter und bringtStrömungen hervor, welche deutlich zu beobachten sind. Schonim Jahre 1827 wies R. Brown darauf hin, daß in Flüssigkeitenschwimmende kleine Theilchen fester Körper eine zitternde Be-wegung haben, und 1863 zeigte Wiener durch fortgesetztemikroskopische Untersuchungen, daß diese zitternde, unregelmäßigeund zickzackförmige Bewegung durch die Natur der Flüssigkeitselber bedingt ist und ihre Ursache in der eigenthümlichen Be-wegung der Flüssigkeitstheile haben muß.' °) So ist es möglich,daß feste Stofftheilchen in einem specisisch leichteren Mediumnicht nur nicht zu Boden sinken, sondern sich gleichmäßig indemselben verbreiten, natürlich um so rascher, je intensiver inFolge erhöhter Temperatur die Molecularbewegung wird. Dieeiner Flüssigkeit zugeführte Wärme veranlaßt natürlich, wie bei-den festen Körpern und ganz in derselben Weise eine Raum-vermehrung.

Sonach liegt der Unterschied zwischen dem festen undflüssigen Aggregatzustand in der verschiedenen Art der Bewegungder Molecüle; wir können kaum zweifeln, daß auch das Wesendes Gaszustandes in einer bestimmten Bewegungsform zu suchenist. Nun sind der möglichen Bewegungen unendlich viele: eineMasse, wie ein Atom, kann z. B. um seine Axe rotiren, kanneine gewisse Curve beschreiben, kann in gerader Linie fortschreiten.Welche Bewegung kömmt den Gasmolecülen zu?

Nach der zuerst von Krönig aufgestellten und dann vonClausius ausgebildeten Theorie verhalten sich die Gasmolecülewie feste, vollkommen elastische Kugeln, welche sich mit destimm-

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