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Die gasförmigen Körper und die heutige Vorstellung vom Wesen der Gasform : Vortrag, gehalten am 24. September 1875 zu Sondershausen
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Die außerordentliche Wirkung, welche die Wärme auf dieLuft ausübt, konnte nicht verfehlen, die allgemeine Aufmerksam-keit auf sich zu ziehen. Schon Amontons hatte sich gegen Endedes 17. Jahrhunderts mit diesem Gegenstände beschäftigt, under war für einen speciellen Fall zu einem, wie wir heute be-urtheilen können, auffällig genauen Resultate gekommen?) Da-mit war freilich kein allgemeines Gesetz gefunden und wegenUnvollkommenheit der Apparate waren alle in der ersten Hälftedes 18. Jahrhunderts von verschiedenen Forschern, wie Euler,Bernoulli u. s. w. angestellten Versuche im Ganzen erfolglos ge-blieben. Jndeß erkannte doch Sulzer schon 1753, daß die voneiner Luftmasse eingenommenen Räume für gleiche Temperatur-intervalle aufwärts und abwärts eine arithmetische Reihe bilden,d, h. der von einem Gase erfüllte Raum nimmt immer umgleichen Betrag zu oder ab, 'wenn die Temperatur sprungweisevon Grad zu Grad gesteigert oder vermindert wird?) GegenEnde des vorigen Jahrhunderts kamen bei ihren, auf denselbenGegenstand gerichteten Untersuchungen Delüc, Lambert undTob. Mayer zu Ergebnissen, welche von unfern heutigen nichtübermäßig abweichen.")

Aber diese Uebereinstimmung ist doch mehr eine zufällige,und allzu großes Vertrauen verdienten die Angaben der erwähn-ten Forscher schon deshalb nicht, weil man noch nicht im Standewar, die dem Versuche unterworfenen Gase vollständig zu trock-nen. Auch heute noch ist die Beseitigung des Wasserdampfes,welcher sich mit einer außerordentlichen Zähigkeit an alle Körperanhängt und von vorn herein in jedem Gasgemisch vorhandenist, eine sehr schwierige Ausgabe, aber doch keine unlösliche. DerErste, welcher bei seinen Untersuchungen über die durch Wärmebewirkte Ausdehnung der Gase vollkommen getrocknete Luft an-wandte, war Gay-Lüsfac. Er fand, daß sich dieselbe bei einerZunahme der Temperatur von 0° bis 100° 0. um des

(SLS)