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gewisser Bestandtheile der atmosphärischen Luft herrühren könnte;wenn Hales den Verbrauch der atmosphärischen Luft beim Ver-brennen und Athmen bestimmte: wieviel fehlte da noch, und siehätten die richtige Erklärung der Verbrenuungserscheinungen ge-funden, durch welche hundert Jahre später Lavoisier seinen Ruhmbegründete? Alles aber hat seine Zeit; und die Geschichte jederWissenschaft zeigt, daß aller wirkliche Fortschritt nur langsamerfolgt, es ist eben als ob der Menschengeist sich nur allmählichan das Licht höherer Erkenntniß gewöhnen könne, als ob eineverfrühte Entdeckung zunächst nur blendend und verwirrendwirke. Was die Chemie der Gase anlangt, so waren es vor-zugsweise practische Aufgaben, mit denen man sich im Anfängedes l8. Jahrhunderts beschäftigte: man untersuchte die feurigenSchwaden in den Bergwerken, die verdorbene Luft in denKellern und in den engen Räumen der Schiffe, die beim Bren-nen des Kalkes entweichenden Gase, die Luft der Sauer-brunnen u. s. w. Das Wissen dehnte sich zunächst in die Breiteaus, nahm aber nicht an Tiefe zu.
Indem man alle möglichen Stoffe der Einwirkung starkerSäuren unterwarf oder sie mit Feuer behandelte, entdeckte manwohl eine Reihe neuer Gasarteu, aber ihre Unterschiede festzu-stellen, zu entscheiden, ob Gase, die man auf verschiedenem Wegeerhalten hatte, vielleicht identisch seien, erschien noch als schwere,in vielen Fällen unlösliche Aufgabe. Als aber endlich im Jahre1772 Rutherford den zur Unterhaltung des Athmens und Bren-nens nicht tauglichen Bestandtheil der Atmosphäre, wir nennenihn jetzt Stickstoff, als besondere Luftart kennen lehrte, als 1774Priestley und kurz nachher Scheele das andere in der Luft ent-haltene Gas, den zuerst als die wahre Lebenslust betrachtetenSauerstoff, für sich darstellten, da war ein großer Schritt vor-wärts geschehen: die atmosphärische Luft war also kein einfacherStoff, sondern ein Gemisch mehrerer Gasarten, als dritter Be-
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