6
und nach die Ahnung auf, daß es, abgesehen von den Dämpfen,die man durch Erwärmung von Flüssigkeiten erhielt, Körpergebe, welche mit der Luft die wesentlichen Eigenschaften theilenund doch specifisch von ihr verschieden sind. Der erste, welcherder damaligen und noch lange nachher festgehaltenen Meinung,daß die einzelnen bei verschiedenen chemischen Processen sich ent-wickelnden luftförmigen Körper nur Modifikationen der atmo-sphärischen Luft seien, direct entgegentrat, war der holländischeArzt und Chemiker I. Bapt. van Helmont. Er ist der Erfinderdes Wortes Gas, von dem er auch die noch heute geltende De-finition gab?) Die Kohlensäure — die bei der Währung, beimBehandeln des Kalkes mit Säuren, beim Verbrennen der Kohlenauftretende Luftart — hatte die Ehre, zuerst als Gas erkanntund Gas benannt zu werden. Außer der Kohlensäure, die erAL8 silvsgtrs, also „wildes Gas" nennt, unterscheidet Helmontnoch als AU8 vsntc>3um die Luft, und kennt ebenso ein fettes,ein trockenes, ein Rauch-Gas.
Auch der seiner Zeit mit Recht hochberühmte englische Phy-siker Boyle entdeckte mehrere Gasarten oder vielmehr Gas-gemische, die er zum Unterschiede von der atmosphärischen künst-liche oder gemachte Luft nannte?) Da es nicht eine ausführ-liche Geschichte der gasförmigen Körper ist, welche hier gegebenwerden soll, so enthalte ich mich, auf die häufig recht wunder-lichen Vorstellungen einzugehen, weiche man noch im 18. Jahr-hundert vom Gaszustände hegte. Die betreffenden Untersuchungenselber waren aber nicht verdienstlos; und man kann auch hierdie so häufig sich darbietende Bemerkung machen, daß oft nurein kleiner Schritt weiter auf der betretenen Bahn zu Ent-deckungen geführt hätte, welche später bestimmt waren, derWissenschaft eine ganz neue Gestalt zu geben. Wenn Boyle undDuclos beobachteten, daß bei der Verkalkung verschiedener Me-talle eine Gewichtszunahme eiutrete, die nur von der Ausnahme(srs)