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Gründlicher Bericht des deutschen Meistergesangs : erste Auflage
(1571)
Entstehung
Seite
9
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art vorbemelter Reymen, jnen selbst llnxirsu, vnd anderezal vnd maß an tag geben, sonderlich mit den Pausenvnd jren nachfolgenden Reymen, Schlag Reimen vnd andernmehr, laß ich mir gar nicht gefallen, Weis auch nicht zubewilligen, das jnen jhr llnxirts anzal vnd maß verkereterReymen im singen, sollen begabet werden, Achte es auchfür vnrecht, das maus im beweren jnen hat lassen gut sein.

Vermögen sie aber mit der ersten zwelff MeisterThönen einem gründlich zubeweisen, das solche zal vndmaß, wie die bey jnen breuchlich, darinnen befunden werde,wil ich jnen recht geben, vnd jr Gedicht billichen, vndsonst nicht. M. B2°j

Ob man mich nun dagegen beschüldigen wolle, IchHelle aus eignem gutdüncken jrer Tabulatur Straffartickeletliches theils verendert vnd außgewechselt, kan ich dasselbigenicht verneinen, Wil aber mit jrer eignen Tabulatur, vndetlichen Straffartickeln, die sie selbst nicht recht verstehen,bezeugen vnd darthun, das ich solches zu thun fug vndvrsach genugsam gehabt, Vnd zweiffele nicht, verstendigewerden mich hierinne gar nicht verdencken.

Folget von anzal der Syllabenin Reymen oder Versen.

Belangend die anzal der Syllaben in Reimen, weisich niemandts eigentliche Ordnung fürzustellen. Jedochaber achte ich nicht für künstlich, in einem Reymen oderVerß mehr als 13. Syllaben zu machen, weil mans amAthem nicht wol haben kan, mehr Syllaben aufs einmahlauß zu singen, so auch ein zierliche Blum im Reimen solgehört werden.

Wiewol ich selbst zu Nürnberg ein Thönlin von sibenReimen beweret habe, darinne in einem Verß 14. imandern 15. Syllaben gesungen werden, welcher überflus michdoch gerewet, doch weil das Thönlin nur 7. Reimen hat,lest es sich mit kurtzen Blumen hinaus singen.

Wil hierinne einem jedem seinen willen lassen, Esschawe nur der Lichter, das er eine solche anzal der Syl-laben vnd Blumen bringe, die man singen kan. slll. B2>>j