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Gründlicher Bericht des deutschen Meistergesangs : erste Auflage
(1571)
Entstehung
Seite
8
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VI. Schlag Reymen sind zweyerley, müssen nur zwoSyllaben haben, mögen Klingend oder Stumpfs sein, Esist aber ein unterscheid der zweyer Versen, Ein stumpfferSchlagreim mag sein Gebänd suchen, wo in sein Tichterhin bindet, wie ein anderer langer Stumpfs Reim. Vndwerden die Stumpffen Schlagreimen gemeiniglich voran,oder zu letzt eines Thons für einem Reimen gesetzt, biß-weilen auch in die mitten, aber selten. Auch mögen zwenStumpfs schlag Reimen aufs einander gehen, müssen abereinander binden.

Ein Klingend schlag Reimen aber, hat auch nur zwnSyllaben, mus sich allwege aufs den fürgehenden klingenden .Verß binden, Dem Verß aber der im folget, nimpt odergibt er eine Syllaba, gleich wie die Pauß, denn der klingendReim, der dem klingenden schlag Reimen folget, mus geradeSyllaben haben, Aber ein Stumpffer mus ungerade Syl-laben haben. M. B1^

Vnd ist zwischen klingenden schlag Reimen vnd Pausenein schlechter vnterscheidt, allein das die Pansen kein Gc-bände jrret. Solches ist zusehen im überlangen Regen-bogen vnd Paratrey Friderich Ketners.

Nu die Art vnd Eigenschafft dieser Sechßer-ley Reimen in Thönen zu erkennen, besehe man eigentlichden kunstreichen überlangen Thon des Regenbogens, derdenn diese Sechßerley Reymen nach rechter art innehelt.Vnd ist gemelter Thon nicht allein, an zal vnd maß kunst-reich, wie jtzt gesagt, Sondern auch an dem Gebänd undMelodey.

Dieser sechßerley Reymen grund vnd art, sol vnd musein jeglicher Singer der Thön vnd Lieder zu tichten sichfleissigen wil, endtlichen erforschen vnd wissen, damit ernicht vom rechtem Wege, Meister lieber zu tichten, etwaabweiche, sondern das rechte mittel vnd ziel halte, wie dasin den Sechßerley Reimen begriffen, denn ausserhalb diesen,habe ich, weder an den Thönen der Alten zwelff Meister,noch jren nachtichtern, keinen andern grund können ver-merkten, wie fleissig ich diesem allen nachgestelt vnd nach- !gedacht.

Das aber etliche Newling vnd Klügling, eine besondere