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Speculum vitae humanae : ein Drama ; 1584
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s19°j Herr:

Schweig still mit deinem hofsertlgen vnuerschembtenbegern, schamb dich in dein Hertz hinein. Schweig, oderich schlag dich ins gesicht.

Der Herr sagt zue den Haußarmen Leuten:Lieben leut, ich waiß wol, das jr bsh diser Tewerenzeit grossen Mangel, auch Hunger vnd not an täglicherNarung leidet, derhalben ich auß Barmhertzigkait nitvnderlassen künden, Euch mit disem wenigen, damit jr auchzuleben habt, zubedencken, derohalben nembt hin, vnd habtalso mit disem wenigen verguet, dancket Gott dem All-mechtigen vnd last mich Euch in Ewerem gebett beuolhensein, vnd ob ich Euch wol ein mehrers geben kundte, somueß ichs, dieweil der Armen lent mehr, vnder dieselbigenauch kommen lassen.

Der Priester kombt zu der Krancken Weibspersonvnd spricht:

Grüeß Euch Gott, mein Fraw, Ewer Kranckhait istmir hertzlich laid vnd habe als ain unwürdiger Seelsorgerauß Christlichem mitleyden nit künnen vnderlassen Euchinn Ewrer Schwachait haimbzesuechen, ob ich Euch villeichthicrinncn etwas dienen vnd rathen kündt, wie ich dann(vermüg meines tragenden ambts) allzeit vrbittig vndwillig bin.

Die Kranck Weibsperson:

Ach mein Herr, Gott sey Ewer Ehrwürd Reicherbelohner, das dieselbige ein Christliches mitleyden mit mirtregt, vnd als ain trewer Hirt das irrende, verfüerte vndvom Wolfs schon halb zerbißne vnnd zerrißne Schafleinbesuechen wollet, dann allhie lig ich freylich vnder vilentausent Wülffen, das ist vnder meinen Todsünden, derenmehr sein als der fand im Meer, die mein gewissen aufsallen seiten wie die grimmigen Wölffe angreiffen, vndvnder souilen hundert Teuften, die meiner Seelen wie diewüetenden Bern hefftig zuesetzen, das ich mich aufs daseusserist besorge, es sey meiner weder hülff noch rath,