Ainsidel:
Lieber Sohn, dieweil du in disem gueten füruemenbist, so wolle dich Gott der Allmechtig darinnen sterckenvnnd bestettigen, ich will auch sein Allmechtigkait, damitdu also verharren mögest, trewlich für dich bitten, derSegen Gottes vnd das Hehlig Creutz wolle dich vor allemvbel bewaren.
si?"s Ter ander Actus.
Ist das erste Merck der Barmhertzigkait: als dieHungerigen speisen, mit der ersten Todsünd: Luperbia, derHoffart, darbey znmercken, wann man schon am guetsMerck thuen will, dasselbig zuuerhinderen der böse Feindsich jeder zeit befleissen thuet, wie dann dergleichen Per-sonen, dardurch solliches beschicht, hernach gemainiglich inder straff Gottes absterben.
Das hoffertig Weib kompt zum Mann aufs denMarck vnd spricht:
Mein Herr, was macht jr da vnder den stinckendensachen, es verderbt ains nur die klaider darbey, vnd thuendarnach stinckcn, gehen wir lieber spaciern in einen schönenGarten, da wir vns bey den schönen wolriechcn Rösleinvnnd Blüemlcin erlustigen mögen.
Der Herr:
Mein Weib, du waist nit was du redest, vnnd außwas Ursachen ich daher gangen, des ich dir wol sagen wil,nemblichen: Nachdem diß Jar durch mißrathung allerlaygewüchs, so zue der täglichen Narung gehörig, grossetewrung eingefallen, so ist dennocht Got zeloben, das mannoch täglich allerlay aufs dem Marcht zuuerkauffen hereinbringt, wie wir dann da vor äugen sehen, sl?^ du magstaber wol gedencken, wievil armer Leut, so solliches zu-kauffen nit vermögen, sich deß Hungers nit erwührcn künnen,vnd darob wol gar ellendigklich zu boden gehen vnd sterbenmüessen, das mich dann nit wenig zu Christlichem mit-