XXXVIII
oder nit,“ und in die Grisardis, welche ihm Pli. Strauch zu-sprechen will (Zs. f. d. Alt. XXIX 379 ff.), ist ein Gesprächeingelegt, in welchem genau so wie in unserem Drama dieHeiratsfrage im Gespräch zwischen dem Helden und einemerfahrenen Meister Marcus erörtert wird. Aus dem Jahre 1522stammt Luthers Schrift vom ehelichen Leben. Mit satirischerSpitze gegen die Schwächen der Frauen finden wir das Motiv inder Schwankliteratur wieder. Shakespeare’s Portia (im „Kauf-mann“) hechelt die Freier, welche auf ihrer Liste stehen,ebenso unbarmherzig durch, wie die Ratgeber des Jünglingsin unserm Drama die Heiratscandidatinnen. Und wie Bene-dict in „Viel Lärm um nichts“ die Vorzüge aller Frauenaufzählt, nur um diejenige, welche sie alle besitzt, erst rechtnicht zu nehmen, so geht auch Scandor in Ziegler’s AsiatischerBaniso alle Kategorien von Frauen durch, um schliesslichkeine zu wählen (s. Kürschners Nationallitcratur Bd. 37, 172 ff.— Bobertag, Roman II 167). Im XVII. Jahrhundert findenwir die Heiratsfrage bei Aegidius Albertinus (Don Gusmann250 ff. 44(5 f.; Trautmann, Münchener Jahrbuch 1888 II 311, woweitere Literatur S. 74). Im XVI1L Jahrhundert in den mora-lischen Wochenschriften (Jacoby, die Hamburger Wochen-schriften 24. 25 f.), später auch in anderen Zeitschriften (z. B.Reue Erweiterungen der Erkenntnis und des Vergnügens,Leipzig 1758, 59. Stück: „die Ehre des ledigen Standes, vondem Heyrathen“; 1759, 65. Stück: „über Heirathen jungerGeistlicher“). Später hat B. Haug die Vorzüge des ehelichenLebens und die verschiedenen Gattungen von Frauen in einerReihe von moralischen Gedichten besungen. Seit 1774 istHippels Buch über die Ehe, welches bei seinem anonymenErscheinen Lichtenberg zugeschrieben wurde, wiederholt auf-gelegt worden.
Unser Drama führt uns im ersten und letzten der neunActe einen Jüngling vor, welcher, nachdem er den Tag übereinen weiten Weg gereist ist, während der Fütterung derPferde sich in Gedanken ergeht und seine Berater über dieArt und Weise befragt, wie er sein zukünftiges Leben ein-richten soll. Der Hofmeister, der Stallmeister, der Secretariund der Hausmeister reden als charakteristische Vertreternach einander dem Ilofleben, dem Kriegsleben, dem Reise-leben und der Ehe das Wort. Dann erscheint, aus himm-