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Speculum vitae humanae : ein Drama ; 1584
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XXXI
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ADB Holstein) erscheinen Friede, Gottesdienst, Kunst undWissenschaft als allegorische Figuren. 1546 Schöppers (lat.)Voluptatis et Virtutis pugna. Funkelin in seinem Lazarus(1550) lässt vor dem reichen Mann einen Wettstreit zwischenVenus und Pallas (Sinnlichkeit und Tugend) aufführen (diesesZwischenspiel ist gedruckt bei Tittmann I 169 ff.) DannJohannes Artopoeus (Scherer ADB): 1551 (lat.) ApotheosisMinervae. Gehört hierher auch Hypomone des Makropedius(1553)? 1576 dichtet zu Wien Franz Hildesheim (ADB Scherer)sein allegorisches Drama Comödia vita, Tragüdia religio,welches erst 1602 gedruckt wurdo. Jsaac Gilhusius (Progr.von Wilh. Gillhausen, Aachen 1865; ADB Scherer) schildertin seinem Drama Grammatica 1597 den Krieg der Redeteileunter einander, welche er, wie der Verfasser des fälschlichdem Johann Spangenberg zugeschriebenen Traktates (Bellumgrammaticale, hrsg. von R. Schneider, Güttingen 1886), per-sonificiert einführt. Neben Gilhusius wirkt an dem hessischenHofe auch der Leibarzt Johannes Rhenanus, welcher dieenglische Moralität von Anthony Brewer .Lingua“ ins Deutscheübersetzt, in welcher die Zunge mit den fünf anderen Sinnenum Gleichberechtigung streitet (s. Ilöpffner, Reformbestreb.H9 ff.; Creizenacli, Studien zur Geschichte des Theaters im17. Jahrh., Sitzungsberichte der sächsischen Gesellschaft derWissenschaften 1886, I 104 f. Amu.). Im 17. Jahrh. setzenHansdürffer, Stieler u. a. diese Richtung fort (s. Zs. f. d. Phil.XXI 251 f.). Auch Elias Herlicius (ADB Scherer), der Ver-fasser des Musicomastix, welcher den Vincentius Ladislausdes Herzogs von Braunschweig bearbeitet hat, benutzt wohlallegorische Figuren. Georg Ebhardt (ADB Scherer) zeigtin seinem halb allegorischen, halb historischen Drama Ecclesiamilitans et triumphans den Uebergang von allegorischenStoffen zu historischen.

In den allegorischen Dramen ist die Form des Prozessesebenso beliebt wie im volkstümlichen Fastnachtsspiel. DasBuch Hiob in der Bibel bot ähnliche Motive dar. Das Er-lösungswerk wurde, mit Benutzung einer Predigt des hl.Bernhard, als ein Prozess der vier Töchter Gottes dargestellt:Wahrheit und Gerechtigkeit streiten mit Barmherzigkeit undFrieden um Tod und Leben des gefallenen Menschen (s.Heinzei, Zs. f. d. Alt. XVII 143 ff. Scherer a. a. 0. XXI 414;