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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
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Abhandlung über den Ulcnspiegol.

Bogen in 4., ist mir nur in einem Exemplar der K. Staatsbi-bliothek zu München vorgekommen.

Im nächsten Jahre, aus welchem uns andere Nachrichtenüber ihn fehlen, setzte er zu Luzern seine Rechtfertigung fort,und erliess zu diesem Zwecke die folgende Schrift:

"Die gotsfcylige mefz gott allein erstif't, ein ftädtlehendigs opfler für die lebendigen vii die dodten ... zu Lutzernöffentlich durch Doctor Thomas Murner gcprediget. .. Lutzernuf den zwölften tag des Wintermondts. 1528. 7 Bogen 4. l )

Sie ist gegen die kurz vorher zu Bern stattgefundene Disputationgerichtet, gegen welche Murner nach seiner Weise auch einigeVerse auf dem Titelblatt hat abdrucken lassen.

In dem Religionskriege von 1529 , in welchem Jahre dieRegierung von Zürich schon am 14. Februar ihn gerichtlichzu verfolgen beschlossen hatte 2 ), befand er sich noch imJuni zu Luzern, wo er auf der Kanzel vergeblich sich be-mühte, die Männer zum Vernichtungskrieg gegen die Evange-lischen mit heftigen Reden zu entflammen. 3 ) Hier liess er nocheine Flugschrift drucken : Vfzlcgung des ungefalzenen Brie-fes der Ilerrfchaft von Bern an die acht christlichen Oerterin der Schweiz. 4 ) Mit den Vorfällen zu Cappel war jedochsein Loos in der Schweiz entschieden. In dem gleich zu Johan-nis abgeschlossenen Landesfrieden 5 ) ward festgesetzt, dass Mur-ner den Städten Zürich und Bern vor den ernannten Schieds-leuten zu Baden Rede stehen solle, und dass die Luzcrner gehaltenseien, ihn zu bestrafen. Murner aber entfloh verkleidet; auf seinVermögen ward Beschlag gelegt. 6 ) Man vermuthetc, dass er nachStrassburg geflohen sei, und die Rathsboten Tillmann 7 ) undNicolaus Manuel, der uns als Maler und Dichter bekannte

1. Von dieser Schrift ist mir nur ein Exemplar auf der K. Universitäts-Bibliothek zu Berlin bekannt. 2. Hottinger a. a. 0. S. 155 Note 9.3. S. H otlinger a. a. O. S. 256. 4. Von dieser, wie es scheint, ganz

unbekannten Schrift (Luzern 1529, 9 B. 4.) ist ein Exemplar vorhanden auf derBibliothek zu Wolfenbüttel, abgedruckt hinter dem Wiederabdruck des Sendbriefsder acht christlichen Orte an Bern 1527, mit der Antwort von Bern 152S, in die-selbe eingeschaltet, nebst angehängler Protestation. 5. Abgedruckt in E s ch e rund Hottinger Archiv für schweizerische Geschichte Bd. I. S. 85. 6. Hot-tinger a. a. 0. S. 27G und 302. 7. S. Grüneisen a. a. 0. S. 143.