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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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Abhandlung über den Ulenspiegel.

durfte. Desto bestimmter tritt uns Bebels Text als Quelle der81. Historie entgegen. Jener ist dort überschnellen : "De eodem”(fc. (facerdote), und bandelt gleich den danebenstehenden Ge-schichten von einem gleichzeitigen, übelberufenen GeistlichenFiissli (Fusilinus) Vergi. S. 278. Der Wirth entschuldigt denUnflath bei seinem Hause damit: "quia eras esset emigraturus”,und der Gast Ulenspiegel, welcher den Schmutz zu vermehrensich nicht bedenkt: “quia hodie abibo.” Murners Text hat anjener Stelle die Worte: "ich Iieifz morn hinweg”; an dieser:"ich hies tcglich hinweg.” An beiden Stellen erkennen wir mitHülfe des lateinischen Textes sogleich den wiederholten Druck-felder für: “ich reise”. Die späteren Ausgaben haben den Druck-fehler nicht erkannt und auf eine auf den Gast nicht passendeWeise zu verbessern gesucht durch: "ich kehrs heute (morgen)hinweg.”

VIII. Mai tre François Villon.

Der M. Fr. Villon, geh. 1431, welchen Clement Marot her-ausgab und als den besten Pariser Dichter preist, ist besondersdurch sein “grand testament” 1461 so wie das “petit testament”bekannt. Es werden von ihm wie von dem Engländer Skeltonviele tolle Streiche erzählt, welche ihn, wie auch einst den Go-nella, unter den Galgen brachten, von welchem er nur mit gros-ser Mühe befreit wurde. Das oben S. 230 flgd. angeführte Werk“les repeues franches” ist jedoch nicht von ihm, wenn gleich vielälter, als der Druck des Buches vom Ulenspiegel. Murner, demzu Strassburg die französische Sprache und Literatur nabe lag,und der selbst auf der Universität zu Paris gewesen ist, kannjenes Werk sehr wohl gekannt haben. Es sind aus demselbennachgebildet Ulenspiegels Hist. 6, 57, 61, 62 und 72. Ausführ-liches über Villon und die Literatur auch dieses ihm zugeschriebe-nen Buches findet inan in J. IL B. Prompsault’s "Oeuvres deM. Fr. Villon”, wo auch die repeues franches abgedruckt sind.Vergl. auch C. A. Sainte-Beuve: Tableau de la poésie fran-çaise au XVI. siècle p. 12 llgd.