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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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Verbreitung in Polen.

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und demnach das einfache Verhiiltniss der Uebersetzung des deut-schen Volksbuches völlig verkannt. Am wunderlichsten ist seinGedanke, in dem Schwarzkünstler Twardowsky, dem polnischenFaust, einen wiedergeborenen Sowizrzal zu suchen.

Die Ansicht Maciejowskvs ist jedoch bereits von San-Martewiderlegt, mit Hülfe der vom Herrn Professor J. J. Ilanuschzu Lemberg demselben gelieferten Nachrichten über die älterenAusgaben des Volksbuches Sowizrzal, aus welchen die völligeIdentität mit dem älteren deutschen Ulenspiegel hervorgeht. Dochseihst Maeiejowski setzt den ältesten ihm bekannten Text nichtfrüher als in die zweite Hälfte des sechszehnten Jahrhunderts;Ilanusch aber jene, so wie die nächstfolgende, in das siebzehnte.Da diese Ausgaben jedoch sich schon als berichtigte auf demTitel ankündigen, so werden jedenfalls ältere vorhanden gewesensein. Schon in dem Auctarium librorum haereticorum et prohi-bitorum 1617 editum sind unter den von dem Bischöfe zu Krakauverbotenen Büchern aufgezählt : Fraszki nowe Sowizrzafowe (NeuePossen des Eulenspiegel) und Sowizrzalnowy (der neue Eulen-spiegel)'). Ein älterer Eulenspiegel dürfte also der polnischenLiteratur nicht gefehlt haben.

Es könnte noch von Interesse sein, zu ermitteln, welchemTexte die polnischen Uebcrsetzungen gefolgt sind, da namentlichdie ältere (auf der Universitäts-Bibliothek zu Lemberg 64 Bl.kl. S.) nicht alle Erzählungen des deutschen Textes hat. Dabei jenem die Erzählung fehlt, wie Ulenspiegel mit dem ver-meinten Heiligthume, dem Kopfe des St. Brandanus herumzog,so wird hier auch nicht der holländische oder französische Textzum Grunde liegen. Wir finden also hier eine Auswahl desdeutschen Textes, eben so wie der älteste vlämische Uebersetzereine ähnliche veranstaltete. Neu ist in den mir über die pol-nische Uebertragung bekannt gewordenen Notizen nur diejenige,dass auf dem Titel der ältesten Ausgabe Sowizrzal dargestelltwird, wie er am Thore zu Braunschweig zu sehen ist. Der da-bei befindliche Holzschnitt stellt einen Mann dar, welcher Wein-trauben in der Hand hält, die er in einem runden Gefässe kel-

1. J. D. Janozki Nachricht von den in der hochgräflich ZaluskischenBibliothek sich befindenden raren polnischen Büchern. S. 14. 15.